Rheinberg: Das DRK kommt künftig nicht mehr ohne Hauptamtliche aus

Rettungsdienst in Rheinberg : DRK steht vor einer Zeit der Umbrüche

Der DRK-Stadtverband stellt sich schon jetzt auf personelle Neuerungen nein. Und er plant den Umbau des Standortes am Melkweg.

Zum Einstieg hörte man in der großen Halle des DRK-Stadtverbandes Sirenengeheul – nicht von einem aktuellen Einsatz, sondern vom Video-Einspieler vom Evakuierungseinsatz des DRK in einem Altenheim in Ratingen, den Stadtverbandsvorsitzender Günter Köster nach einigen Versuchen an seinem neuen Laptop mit Ton und Bild präsentierte.

Die Laune war prächtig. „Wir hätten zum 111-jährigen Bestehen beim Karneval eigentlich was machen müssen. Vielleicht bewerbe ich mich für die nächste Session als Prinz“, scherzte Köster bei der Begrüssung der Ehrengäste, als er den Vorstand der „Rhinberkse Jonges“ ausmachte. Dafür erntete er Gelächter und spontanen Beifall.

Bürgermeister Frank Tatzel nutzte die Gelegenheit, einige Worte an die Aktiven zu richten. „Ohne Euch wäre in Rheinberg vieles nicht möglich.“ Als Beispiele nannte er die Einsätze beim Rosenmontagszug und bei anderen Großveranstaltungen. „Und ihr sorgt dafür, dass die Rheinberger sich immer sicher fühlen. Ganz herzlichen Dank für Euren ehrenamtlichen Einsatz.“

Danach ging Jan Höpfner, Vorsitzender des DRK Niederrhein auf den Umbruch im Rettungsdienst und das allmähliche Auslaufen der Funktion des Rettungsassistenten ein. „Wir sind zuversichtlich, dass im Kreisverband gebacken zu kriegen. Ihr bewahrt das System – noch“, sagte der Veener. Nach dem neuen Notfallsanitätergesetz benötigen Rettungsdienstler ab 2026 verbindlich einen Ergänzungslehrgang mit Staatsexamen, der für Ehrenamler schwer zu erreichen sein wird.

Auch Köster sprach über die zukünftig gemischte Besetzung von ehren- und hauptamtlichen Kräften auf den Wagen und die Tatsache, dass man keine neue Rettungsassistenten vor Ort mehr ausbilden wird. „Wir machen aber weiter Rettungsdienst“, trat Köster gegenteiligen Spekulationen deutlich entgegen. Höpfner kündige an, dass am Standort Rheinberg die DRK-Unterkunft aus- und umgebaut werden soll – der zweite deutliche Umbruch. In welchen Umfang, ist aber noch nicht klar, weil der Rettungsdienstbedarfsplan noch in Arbeit ist. „Da wird Eigenleistung erwartet und geleistet werden müssen“, machte er aber schon klar.

„Wir hätten nie gedacht, dass wir mal zu wenig Platz haben würden“; sprach Günter Köster die frühere Bürgermeisterin Ute Schreyer an. Der Aufwand über den Hausnotruf mit knapp 6700 Teilnehmern und der Rettungsdienst mache eine neue Halle erforderlich. Am 20. Mai soll es dazu neue Vorschläge geben. „Bis zur Jahreshauptversammlung wissen wir mehr.“ Danach bestätigte die Versammlung die neu gewählte Bereitschaftsleitung mit Christina Jakobs und ihrem Stellvertreter Jo Bungarz. Jakobs unterstrich die Aktivität des DRK-Stadtverbandes mit seinen 110 Mitgliedern, rund ehrenamtlichen 78.500 Arbeits- und knapp 34.600 Bereitschaftsstunden.

Es folgten die Berichte der DRK-Wasserwacht, des Jugend-Rotkreuz und des Frauen und Seniorenarbeitskreises, ehe es zur Ehrung der Jubilare ging.