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Rheinberg: CWWN baut neue Wohnanlage für Menschen mit Behinderung

CWWN kauft Grundstück in Rheinberg : Neue Wohnanlage für Menschen mit Behinderung

Die Stadt Rheinberg und die Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein setzen sich schon länger dafür ein, dass mehr Wohnungen für Menschen mit Behinderungen entstehen. Aber die Grundstücke fehlen. Jetzt half ein glücklicher Zufall.

Die Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN) wollen, wie berichtet, an der Alpsrayer Straße in Rheinberg ein Gebäude mit neun Wohneinheiten für Menschen mit Behinderungen bauen. Neben den rund 45 Quadratmeter großen Appartements werden Gemeinschaftsräume und eine zentrale Küche entstehen.

Am Montag trafen sich Vertreter der Stadt und der CWWN, die als Bauträger fungiert, vor Ort. „Wir sind ja eigentlich kein Bauunternehmen, aber Wohnraum für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung anzubieten, ist für uns ein großes Thema“, sagte Arnd Lattenkamp von der CWWN-Geschäftsführung. Die Stadt möchte schon lange Wohnraum für diese Bevölkerungsgruppe anbieten, immerhin haben laut Bürgermeister Dietmar Heyde rund fünf Prozent der Rheinberger Bürger einen Inklusionsbedarf.

Ein Problem bei der Umsetzung ist der Mangel an geeigneten Grundstücken. „Es ist ein glücklicher Zufall, dass Herr Lattenkamp an uns herangetreten ist und gleichzeitig dieses Grundstück hier an uns zurück übertragen wurde, weil der bisherige Eigentümer von seinem Bauvorhaben Abstand genommen hat“, erklärte der Beigeordnete Dieter Paus. Er lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit der CWWN. Wohnraum für Menschen mit einer geistigen Behinderung zu schaffen, sei seit Jahren ein großes Thema. Es nütze nichts, wenn Bereiche von Neubaugebieten für eine inklusive Bauweise reserviert würden, denn was immer fehle, sei ein geeigneter Träger. „Umso mehr freuen wir uns darüber, dass wir nun einen Träger haben, der genau weiß, auf was er sich einlässt. Jetzt hoffen wir, dass wir zum Ende des kommenden Jahres ein Angebot für diese Menschen haben“, so Paus.

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Was den zeitlichen Rahmen angeht, ist CWWN-Geschäftsführer Arnd Lattenkamp weniger optimistisch: „Der Fachkräftemangel trifft nicht nur uns, sondern auch das Handwerk. Schließlich haben wir den Anspruch, barrierefrei zu bauen, vom Eingang bis zu den Bädern.“ Für Dieter Paus ist zudem die Lage des Grundstücks ein weiterer Glücksfall: „Ein Arzt ist in unmittelbarer Nähe, eine Bushaltestelle ebenfalls. Und die Werkstätten der Caritas am Nordring sind fußläufig bequem zu erreichen.“

Dass die CWWN als Bauträger fungiert, ruft laut ihrem Geschäftsführer auch durchaus kritische Stimmen hervor: „Es gibt die Befürchtung, dass wir die Bewohner bevormunden. Dabei machen wir das jetzt nur, weil sich kein anderer dafür verantwortlich sieht. Wenn es einen anderen Träger geben sollte, der dann als Vermieter fungiert, würden wir das sehr begrüßen.“ Die CWWN würde sich laut Lattenkamp gerne darauf beschränken, Dienstleistungen anzubieten, die von den Bewohnern gewünscht werden.

Für Bürgermeister Dietmar Heyde fügt sich das zweigeschossige Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoss mit Walmdach nicht nur sehr harmonisch in sein Umfeld ein. Den Verwaltungschef überzeugen besonders die energetischen Werte des Niedrig-Energie-Hauses mit Luft-Wärmepumpen-Heizung: „Das Gesamtpaket ist ein sehr nachhaltiges und passt sehr gut in unser klimafreundliches Konzept.“ Heyde wünscht sich, dass sich künftig mehr Bauträger finden, die ein solches Konzept umsetzen.

(erko)