1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Concordia Ossenbergs Weg durch die Krise

Mitgliederschwund durch die Corona-Pandemie : Concordias Weg durch die Krise

Der Sportverein Concordia Ossenberg setzt verstärkt auf Ehrenamtler und hat in neue Geräte investiert. Der Verein profitiert von einer Leader-Projektförderung.

Die meisten Sportvereine mussten ihre Angebote in Zeiten der Corona-Pandemie stark einschränken oder ganz aufgeben, viele klagen über Mitgliederschwund. Besonders betroffen ist der Sportverein Concordia Ossenberg: Der Club hat seit Ausbruch der Pandemie rund 450 Mitglieder verloren. Durch massive Einsparmaßnahmen und die Reduzierung des Personals habe man die Ausgaben soweit verringern können, dass zwar immer noch Verluste in der Bilanz stehen, aber der Worstcase vermieden wurde. „Von einer Zahlungsunfähigkeit sind wir weit entfernt. Auch weil wir den Schalter umgelegt haben und wieder auf ehrenamtliche Helfer setzen“, erklärt der erste Vorsitzende Burghard Kretschmer.

Außerdem wird der Ossenberger Verein künftig alle Projekte und Abteilungen selbst führen und auf Fremdanbieter verzichten. In einem ersten Schritt konnten mit Unterstützung der Sparkasse am Niederrhein und weiteren Spendern Fitnessgeräte im Wert von 15.000 Euro angeschafft werden. Ab dem 1. Juni will der sportliche Leiter Joel Willms das Fitnessstudio wieder öffnen, Interessierte dürfen sich über den Verein anmelden.

  • Bergfied - Bild 2:
Vordere Reihe
    Geste in Leverkusen : Treu trotz Corona: SV Bergfried bedankt sich mit Trikots
  • Alex (23, Köln), Dascha (21, Solingen),
    Dascha aus Solingen dabei : „GNTM“-Kandidatinnen sehen Vorteil in Corona-Staffel
  • Diesem Trimmgerät sollen weiter folgen –
    Hückeswagen soll schöner werden : Ein-Euro-Verein stellt neue Projekte zur Abstimmung

Ein weiteres Standbein sollen die Online-Angebote werden, die bereits im vergangenen November starteten. „Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Möglichkeiten und Angebote für eine digitale Teilnahme nachhaltig zu verbessern“, betont Burghard Kretschmer. Mit seinem Digitalisierungskonzept möchte der Verein nicht nur neue innovative Sportangebote anbieten, sondern auch die Möglichkeit haben, Mitgliederversammlungen, Konferenzen und Fortbildungen online durchzuführen.

Dafür mussten Kameras, Beamer und Computer im Gesamtwert von 8500 Euro angeschafft werden. Im Rahmen der Kleinprojektförderung der Leader-Region gab es dafür einen Zuschuss in Höhe von 6770 Euro. Bereits jetzt hat der Verein vier YouTube-Videos produziert und ins Netz gestellt. „Geld bekommen wir dafür nicht. Es sind im Grunde genommen Werbefilme“, sagt Kretschmer.

Dass die Online-Offensive möglicherweise zu spät kommt, glaubt Joel Willms nicht: „Wir sind mit dem Glauben an die Zukunft, an ein Ende der Pandemie, so oft auf die Nase gefallen, dass wir uns gesagt haben: Wir müssen jetzt endlich was tun.“ Im Übrigen kann sich Burkhard Kretschmer durchaus eine Nutzungsmöglichkeit nach der Pandemie vorstellen: „Uns haben schon Anfragen nach Hybridsport erreicht, einer Mischung aus Online- und Präsenzsport. Außerdem bietet sich das digitale Angebot für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an.“

Schon jetzt sammeln er und seine Mitstreiter Adressen, um möglicherweise Interessierte per Newsletter über das im Sommer startende neue Programm zu informieren. Darüber hinaus ist die neue Kommunikationstechnik nicht alleine für den Verein bestimmt. Vereinschef Kretschmer: „Die Aula und der Besprechungsraum stehen nach Fertigstellung der technischen Einrichtung auch für alle anderen Gruppen und Vereine im Ort zur Verfügung, die sich bürgerschaftlich im Ehrenamt engagieren wollen.“