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Rheinberg: Chefärztin Dorothee Müller hält Vortrag über Angststörungen

Online-Veranstaltung der Volkshochschule : Chefärztin hält Vortrag über Angststörungen

Dorothee Müller, Chefärztin des psychiatrischen Krankenhauses St. Nikolaus in Rheinberg, hält am Mittwoch, 17. März, bei der VHS einen Vortrag zum Thema „Angst – ein normales Gefühl?“

Die Angst vor einer möglichen Infektion mit schwerer Erkrankung, die Sorge um den Arbeitsplatz und Veränderungen im Familien- und Beziehungsgefüge haben in den Monaten der Corona-Pandemie bei vielen Menschen Angst und Unsicherheit ausgelöst. Zunächst einmal eine völlig normale Reaktion, sagt Dorothee Müller, Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie St. Nikolaus in Rheinberg.

Angst sei eine sinnvolle Reaktion des Körpers, die uns vor Gefahren schützt. Was aber unterscheidet „normale“ Angst von einer behandlungsbedürftigen Angst- oder Panikstörung? Darüber informiert Dorothee Müller am Mittwoch, 17. März, von 18 bis 19.30 Uhr im Rahmen des VHS-Vortrags „Angst – ein normales Gefühl?“

„Meist unter dem Eindruck lang andauernder Stressbelastung droht sich die Angst zu verselbstständigen und krankhaft zu werden“, erläutert Müller. Stehe eine Person unter starker beruflicher Belastung, könne beispielsweise die Angst vorm Autofahren so übermächtig werden, dass der Betroffene den Weg zur Arbeit nicht mehr bewältigen kann. Im schlimmsten Fall wird die Angst zum ständigen Begleiter, beherrscht den Alltag und schränkt die Lebensqualität so weit ein, dass am Ende das Haus nicht mehr verlassen werden kann.

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Das Spektrum an Angststörungen ist breit und reicht von der isolierten Angst, zum Beispiel vor Spinnen, bis zur generalisierten Angststörung – ständige, oft wirklichkeitsferne und übertriebene Befürchtungen, die die verschiedenen Bereiche des Lebens betreffen. Beides sei mit entsprechenden Therapien gut behandelbar, betont Müller.

Dabei kann jeder selbst etwas dazu beitragen, damit „normale“ Angst nicht in eine Angststörung mündet. „Stress reduzieren, sich Auszeiten nehmen für Dinge, an denen man Freude hat, sich bewegen, gutes Essen und Schlaf gehören unbedingt dazu“, rät Müller. Und noch etwas legt sie den Menschen ans Herz: in sich hinein zu hören. „Wenn alle Dinge zur Stressreduzierung nicht greifen, wenn selbst zwei Wochen Urlaub nichts bringen, ist das ein Alarmsignal“, betont die Fachärztin. Spätestens dann sei es wichtig, sich professionelle Hilfe zu holen.

Aktuell erkranken weltweit 15 Prozent der Menschen einmal in ihrem Leben an einer Angststörung. Wie sich die Corona-Pandemie darauf auswirkt, kann Dorothee Müller nicht sagen. „Wir rechnen allerdings mit einem vermehrten Aufkommen von Angststörungen“, sagt die Fachärztin.

Der Vortrag ist kostenfrei und findet online über Big Blue Button statt. Anmeldungen sind bei der VHS unter Tel. 02843-907400 oder per Mail an vhs@vhs-rheinberg.de möglich. Danach erhalten die Teilnehmer den Link.