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Rheinberg: CDU zieht ihren Antrag zu Lolli-PCR-Tests zurück

Unerwartete Wendung im Rheinberger Jugendhilfeausschuss : Das Land durchkreuzt die Lolli-Pläne der CDU

Manchmal werden Anträge von Fraktionen in laufenden Sitzungen von der Aktualität überholt. So geschehen im Rheinberger Jugendhilfeausschuss.

Manchmal werden Anträge in laufenden Sitzungen von der Aktualität überholt. So geschehen im Jugendhilfeausschuss. Gerade hatte CDU-Mann Reinhard Albus den Antrag seiner Fraktion begründet. Die CDU machte sich für die Einführung von Lolli-PCR-Tests an allen Rheinberger Kitas und Tagespflegeeinrichtungen stark. Auch deshalb, weil die Inzidenzwerte bei Kindern unter fünf Jahren kontinuierlich anstiegen. Und da die Werte im Kreis Wesel schon die Marke von 1000 überschritten habe, wolle man reagieren, so Albus: „Wir möchten, dass die Kindertagesstätten und Tagespflegeeinrichtungen auf Dauer geöffnet beiben können, deshalb wollen wir gute Tests zur Verfügung stellen.“ Ein normaler Lolli-Test bleibe 24 Studen gültig, ein PCR-Lolli-Test 48 Stunden. Die Verwaltung solle bei den Kitas und den Großtagespflegestellen nachfragen, ob ein Intersse an Lilli-PCR-Tests bestehe.

Die Verwaltung wies darauf hin, dass das Land derzeit für zwei PCR-Pool-Tests pro Kind und Woche sechs Euro zur Verfügung stelle. Es besteh keine Verpflichtung der Eltern, in Kindertagesstätten und in der Kindertagespflege ihre Kinder regelmäßig durch das Betreuungspersonal auf Covid-19 testen zu lassen. Das Ministerium stellte der Stadt Rheinberg bisher wöchentlich Schnelltests für die Tagespflegepersonen zur Verfügung. Die Einrichtungen können sich die Tests beim Jugendamt abholen. In den vergangenen Wochen sei das Angebot wieder verstärkt in Anspruch genommen worden.

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Sophie Lubczyk von den Grünen wunderte sich ein wenig über den Antrag der CDU. „Wir befürworten das inhaltlich auf jeden Fall“, sagte sie. „Aber gerade jetzt heißt es doch, dass die Labore überfordert sind und mit der Auswertung von PCR-Tests kaum nioch hinterher kommen. Deshalb halten wir den Zeitpunkt für schlecht gewählt.“ Ralf Vogel von der FDP ging sogar noch einen Schritt weiter. Er sei „enttäuscht“ von der CDU, dass sie ihren Antrag vor den aktuellen Entwicklungen nicht zurücknehme. Allerdings fand auch Vogel ebenso wie Brigitte Prumbohm von der SPD, dass der Antrag grundsätzlich in Ordnung gehe.

Mitten in diese Diskussion platzte am Dienstagabend eine ganz aktuelle Pressemitteilung.   Nachdem Bund und Länder aufgrund der stark steigenden Corona-Zahlen eine Priorisierung bei den PCR-Tests beschlossen haben, müsse das PCR-Lolli-Test-Verfahren an den Grundschulen in NRW kurzfristig angepasst werden, hieß es darin. So sollen weiter sogenannte Lolli-PCR-Pooltests eingesetzt werden.

Weil dadurch die Chancen, Lilli-PCR-Tests in Kitas einsetzen zu können, gesunken seien, sagte Reinhard Albus, dass die CDU ihren Antrag zurückziehe. 

(up)