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Rheinberg: CDU wirkt unentschlossen und uneinig

Wochenkommentar : Lässt die CDU Frank Tatzel hängen?

Am Samstag, 20. Juni, entscheidet sich, ob die Rheinberger CDU Amtsinhaber Frank Tatzel erneut zu ihrem Bürgermeisterkandidaten ernennen oder nicht. Denkbar ist, dass die Christdemokraten Tatzel lediglich ihre Unterstützung zusagen.

In Rheinberg beschleicht einen das Gefühl, die Kommunalwahl im September, vor allem die Bürgermeisterwahl, finde gar nicht statt. Die SPD verzichtet nach dem überraschenden Tod ihres designierten Kandidaten auf einen neuen Bewerber. Die Grünen präsentierten als erste noch vor dem Corona-Lockdown mit Dietmar Heyde einen durchaus aussichtsreichen Anwärter auf den Chefsessel im Stadthaus. Doch von dem 56-Jährigen sieht und hört man nichts in der Öffentlichkeit – so vergeben die Grünen Chancen. Die FDP ließ mit Rainer Mull ihren Kater gerade erst aus dem Sack und bringt sich mit Themen wie Digitalisierung in Stellung.

Und die CDU? Lange Zeit quälende Funkstille. Nun endlich, am 20. Juni, erfolgt die Aufstellungsversammlung quasi auf dem letzten Drücker. Der Grund für diese Verzögerung ist ganz offensichtlich Unentschlossenheit und Uneinigkeit. Ein Teil der CDU will Amtsinhaber Frank Tatzel erneut ins Bürgermeister-Rennen schicken. Ein anderer will genau das nicht, ist offenbar enttäuscht von dem, was Tatzel seit Oktober 2015 geleistet hat oder eben nicht geleistet hat. Dass sich ein anderer Bewerber aus der Rheinberger CDU aufmacht, die Partei anstelle von Frank Tatzel zu vertreten, scheint vom Tisch zu sein.

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Am 20. Juni könnte es auf einen Kompromiss hinauslaufen, der – sollte er tatsächlich umgesetzt werden – ein politischer Paukenschlag wäre: Die CDU tritt möglicherweise ohne eigenen Kandidaten an, würde Frank Tatzel allerdings ihre Unterstützung zusagen, wenn der als unabhängiger Kandidat seinen Hut erneut in den Ring werfen würde. Das wäre ein gefährliches und leicht zu durchschauendes Spiel für beide Seiten. Man könnte es auch anders nennen: „Bürgermeister fallen lassen light“. Man darf gespannt sein, wie die Wähler mit solchen Ränkespielchen umgehen. Wenn’s denn überhaupt dazu kommen sollte. Am 20. Juni wissen die Rheinberger mehr.