Rheinberg: Bürgermeister denkt über City-Manager nach

Rheinberg : Neujahrsempfang unter gutem Stern

Bürgermeister Frank Tatzel begrüßt 500 Gäste in der Stadthalle. Er ehrt Kulturschaffende – stellvertretend für andere.

Viel geschafft, viel getan, aber weiterhin viel Arbeit und zahlreiche Herausforderungen vor der Brust: So lässt sich Bürgermeister Frank Tatzels Einschätzung zur Lage der Stadt zusammenfassen. Beim Neujahrsempfang am Sonntag in der Stadthalle sprach Tatzel vor rund 500 Zuhörern, von denen er zuvor – mit Amtskette um den Hals – jeden einzelnen persönlich mit Handschlag begrüßt hatte.

Der Empfang stand unter einem guten Stern – unter dem der Sternsinger von St. Peter, die die Gäste zu Beginn mit einem Lied begrüßten. Auch wenn er nicht sichtbar war, so sorgte auch ein anderer Stern für Glanz und helles Licht in Rheinbergs guter Stube: der der Kultur. Das vielfältige kreative Schaffen zahlreicher Menschen in der Stadt bildete den Rahmen für das traditionelle Treffen zu Beginn des Jahres. Einerseits, weil mit Lore Rabe (Klavier) und Norbert Killisch (Viola) zwei Klassik-Experten und mit dem von Barbara Kleintges-Topoll geleiteten Chor Da Capo aus Borth/Wallach eine prima Truppe für gut gewählte und gekonnt vorgetragene Musik-Beiträge sorgten. Nein, auch weil diesmal stellvertretend für alle Kulturschaffenden in dieser Stadt zehn Frauen und Männer ausgezeichnet wurden.

Verdiente Kulturmenschen wuden geehrt (v.l.): Klaus Vogel, Lore Rabe, Ernst Barten (hinten), Klaus Lorenz, Bürgermeister Frank Tatzel, Monika Hildner, Corinna Gribl, Edeltraud Hackstein, Solvay-Werkleiter Norbert Mülders als Sponsor und Christel Malorny. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Dies waren Ernst Barten von der Kulturinitiative Schwarzer Adler als Veranstalter und Künstler, Corinna Gribl als Vorsitzende des Vereins Spektakel Rheinberg, Edeltraud Hackstein als Heimatverein-Chefin und Stadtführerin, Monika Hildner für ihre private Underberg-Sammlung, Luja – Ludger Jackowiak – als kreativer Tausendsassa, Klaus Lorenz als Kultur-Mann des Budberger Bürgerhaus-Vereins, Christel Malorny als jene Dame, die mit viel Herzblut den Frauenchor Harmonie steuert, Lore Rabe als unermüdliche Triebfeder der Musikalischen Gesellschaft, Anja Rupprecht als Autorin und Aktivposten im Trägerverein Altes Rathaus und schließlich Klaus Vogel. Als Grafiker gestaltet er nicht nur seit vielen Jahren Plakate, Programmhefte und die Internetseite für die Musikalische Gesellschaft, sondern er ist auch seit Jahrzehnten ein geschätzter Musiker und Ratgeber in vielerlei Hinisicht. „Bei einem Punkt bin ich mir jetzt schon sicher“, sagte Frank Tatzel in seiner Laudatio. „In Rheinberg wird auch im neuen Jahr wieder ganz viel Kultur auf dem Programm stehen.“

Die Schar der geladenen Gäste in der Stadthalle war ein Abbild des Rheinberger Lebens. Vereine, Verbände, Politik, Verwaltung, Kirchen, Unternehmen, Nachbarschaften – alle hatten ihre Vertreter geschickt. Und sie alle hörten gespannt zu, was Bürgermeister Frank Tatzel zu berichten hatte. Applaus gab es für die gute Entwicklung der städtischen Finanzen. Vier Millionen Euro „Miese“, das war die Prognose für 2018 gewesen. Dank eines Überschusses von 22 Millionen Euro steht die Stadt nun mit 18 Millionen im Plus. Zu verdanken ist dies den vielen Unternehmen, die ordentlich Gewerbesteuern zahlen. Tatzel empfahl, die Mittel für Schuldenabbau, Rückstellungen und Rücklagen einzusetzen.

Der Chor Da Capo bereicherte das Programm. Foto: Fischer, Armin (arfi)

In Rheinberg wird auch 2019 gebaut: Die Erweiterung der Europaschule schreitet voran, auch das Amplonius-Gymnasium braucht dringend mehr Platz, das Alte Rathaus bekommt seinen Glasanbau und am Montag beginnen die Arbeiten an Holz- und Fischmarkt. Allerdings: „Die neue Dreifach-Turnhalle wird nicht am 31. Juli 2020 fertig sein“, so der Bürgermeister. „Dies hat auf das Sportabitur an der Europaschule aber keinen Einfluss. Die Genehmigung für das Sportabitur liegt ja vor.“ In diesem Zusammenhang gab Tatzel bekannt, dass er „aufgrund der großen zeitlichen Beanspruchung durch das Amt des Bürgermeisters“ im März nicht mehr als Präsident des TuS 08 Rheinberg kandidieren werde. Die Nachfolge sei aber geregelt.

Der Bürgermeister sprach auch die Problem des Einzelhandels an. Aus Rheinberg eine Einkaufsstadt zu machen, werde schwierig. Allerdings könne man durch zusätzliche Veranstaltungen die Attraktivität steigern. „Dann kommen wir zu dem Punkt, an dem es sich lohnt über die Implementierung eines städtischen Event-Managers beziehungsweise City-Managers nachzudenken“, so Tatzel.

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