Rheinberg Bürgerbusverein hat nach dem Start vor fünf Jahren ein neues Fahrzeug

Bürgerbus in Rheinberg : Der neue Bürgerbus geht an den Start

Das neue, fast 100.000 Euro teure Fahrzeug ist am Samstag in Rheinberg vorgestellt worden. Von Montagmorgen an rollt es.

Pünktlich um 7.32 Uhr startet der neue Bürgerbus. Samstagmorgen wurde er auf dem Großen Markt vorgestellt. Der alte Bus hatte 375.888 Kilometer runter. „Nach fünf Jahren Betriebszeit und einer Laufleistung von 300.000 Kilometern gibt es vom Land und dem Kreis Wesel einen neuen Bus“, erklärte Karl-Heinz Lochen, Vorsitzender des Bürgerbusvereins Rheinberg.

Das neue Fahrzeug habe rund 98.000 Euro gekostet. 60.000 trage das Land NRW, den Rest der Kreis Wesel. Das neue Auro bietet viel Komfort und Technik. Eine Klimaanlage und verdunkelte Scheiben sorgen an heißen Tagen für kühle Fahrten. Acht Sitzplätze bietet der barrierefreie Bus, in dem Fahrgäste durch eine Doppeltür einsteigen. Kindersitze und Platz für Rollstuhlfahrer bietet das Gefährt auch.

Lochen freute sich sichtlich über das neue Fahrzeug. Zur Vorstellung kamen zahlreiche Gäste. Unter anderem die ehrenamtlichen Busfahrerinnen und -fahrer, Dieter Paus, Beigeordneter der Stadt, der sich im Namen von Verwaltung und Rat für das ehrenamtliche Engagement der „Bussis“, wie die Piloten genannt werden, bedankte.

Auch die Niag war da. Astrid Kutscher, die Bindeglied zwischen Niag und Verein, wurde von Lochen besonders gelobt. „Die Zusammenarbeit ist sehr unkompliziert. Gemeinsam haben wir Fahrzeug konfiguriert.“ Schließlich sei die Niag der Konzessionär, da Vereine keinen öffentlichen Nahverkehr unter Eigenregie übernehmen dürfen. Auch zahlreiche Sponsoren, die auf dem Bus werben, waren vertreten.

Lochen würdigte die Arbeit der mittlerweile 26 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer. 2014 startete der Verein mit 23 Fahrern. Das Projekt sei sehr gut angenommen worden und wuchs kontinuierlich. „Passagiere schätzen unserer Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft. Die Fahrer helfen beim Angurten, bringen Rollstuhlfahrer und Fahrgäste mit Rollatoren sicher über die ausziehbare Rampe in den Bus.“

Seit dem Start beförderte der alte Bus, der nun bei der Niag als Ersatz parkt, 55.706 Passagiere an 1349 Tagen. Das seien 3439 Schichten in über 15.000 Stunden – und das ohne Unfall. Eine Schicht dauert vier Stunden, drei an einem Tag. Die Fahrer fahren drei bis fünf Mal die Woche. „Der Bürgerbus ist nicht mehr wegzudenken, da er Lücken im öffentlichen Nahverkehr schließt“, so Karl-Heinz Lochen. Er machte deutlich, dass die Kapazitäten des Bürgerbusses leider ausgelastet seien. „Unser Fahrplan ist sehr eng getaktet.“ Mehr gehe nicht.