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Rheinberg: Budberger haben Angst vor der Amprion-Stromleitung

Anwohner in Budberg : Angst vor der Amprion-Stromleitung

Daniela van den Sandt und Rainer Kerkmann wohnen in Budberg an den Spanischen Schanzen. Über dem Dach ihres Hauses könnte schon bald die Höchstspannungsleitung verlaufen. Das möchten sie verhindern.

Daniela van de Sandt und Rainer Kerkmann wohnen in Budberg an der Straße Spanische Schanzen. Ihr Haus ist rund zehn Jahre alt, und bisher haben sie sich darin immer wohl gefühlt. Inzwischen richten sie allerdings meist einen sorgenvollen Blick nach oben, wenn sie das Haus verlassen. Denn das Paar muss befürchten, dass bald unmittelbar neben seinem Grundstück eine 110-/380-Kilovolt-Stromleitung verläuft. Die Firma Amprion plant dort die Hochspannungsfreileitung Wesel-Utfort (das Projekt EnLAG 14).

Rainer Kerkmann und Daniela van de Sandt sind ganz ehrlich: Sie haben die Dimension dieser Leitung anfangs nicht überschaut. „Inzwischen macht uns das Angst“, so Kerkmann. „Wir möchten nicht, dass die Kabel so nah über uns verlaufen.“ Einige ihrer Nachbarn sehen das anders, sie haben offenbar kein Problem damit. Manche seien weitaus weniger betroffen, andere hätten sich zunächst dafür entschieden, eine von Amprion angebotene Entschädigung zu akzeptieren, seien aber inzwischen ins Grübeln geraten.

Schon jetzt verläuft eine Stromleitung nahe der Spanischen Schanzen. Der Mast steht unweit der Einmündung in die Rheinberger Straße (L 155). „Eine 220 KV-Leitung mit sieben Kabeln“, so Rainer Kerkmann. „Was wir nicht wussten ist, dass der Mast zurückgebaut wird und ein mit 85 Metern deutlich höherer gebaut werden soll. Und der führt dann statt sieben 31 Leitungen.“ Die neue Leitung würde viel näher an ihr Haus heranrücken. Kerkmann und van de Sandt wissen nicht, ob damit gesundheitliche Beeinträchtigungen einhergehen und befürchten, dass ihre Immobilie im Wert sinkt.

Zwei Dinge verstehen die Budberger nicht. Zum einen heiße es immer, Amprion wolle eine bestehende Trasse ausbauen. „Für uns sieht das aber so aus, dass hier eine ganz neue Trasse angelegt wird“, so Kerkmann. Punkt zwei betrifft einen Trassenverlauf nur 200 oder 300 Meter weiter Richtung Osten (also Richtung Orsoy). 

Daniela van de Sandt und Rainer Kerkmann haben von Amprion angebotene Infotermine besucht, sagen allerdings: „Man ist da gar nicht zu Wort gekommen und direkt abgeschmettert worden.“ Die Stadtverwaltung Rheinberg hat eine Stellungnahme abgegeben. Sie führte darin aus, dass sich noch keine detaillierten Bedenken oder Einschätzungen vorbringen lassen, da 2020 weder feststand, in welchem Korridor, noch über welche Flur- oder Grundstücke die Leitungen einmal verlaufen sollen. Die Stadt: „Die Planung an sich und die vorgeschlagenen Korridore können somit nicht grundsätzlich abgelehnt werden.“ Man ging damals noch davon aus, dass Rheinberg vom Vorzugskorridor nicht betroffen ist.

Amprion sagt, dass die von den Anwohnern der Spanischen Schanzen kritisierte Trassenplanung im Vororttermin für den Bereich Budberg erörtert worden sei. „Die von der Stadt Rheinberg gewünschte Trassenverschwenkung nach Osten wurde im Rahmen unserer Variantendiskussion behandelt und ist weiterhin Bestandteil des laufenden Planfeststellungsverfahrens“, so das Unternehmen. „Wir halten die östlichen Verschwenkung allerdings für nicht vorzugswürdig. Hierfür sprechen insbesondere die Inanspruchnahme neuer Flurstücke und damit verbundene Betroffenheiten neuer Eigentümer, zudem ist die Variante auch aus umweltfachlicher Sicht unseres Erachtens nicht vorzugswürdig.“

Die letztendliche Beurteilung obliegt nun der zuständigen Genehmigungsbehörde. Rainer Kerkmann und Daniela van de Sandt hoffen, dass dort in ihrem Sinne entschieden wird.