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Rheinberg: Besondere Vorkehrungen in der Flüchtlingsunterkunft Orsoy

Flüchtlinge in Rheinberg : Besuchsverbot für die ZUE Orsoy

Alle Flüchtlinge, die neu aufgenommen werden, werden einem medizinischen Kurzcheck unterzogen.

Die Verantwortlichen in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes in Orsoy haben auf die Corona-Krise reagiert und auch hier besondere Vorkehrungen getroffen, um das Risiko einer möglichen Infektion der Bewohnerinnen und Bewohner so gering wie möglich zu halten. Das hat die Bezirksregierung in Düsseldorf jetzt auf Nachfrage der Redaktion mitgeteilt. „Bisher gibt es keine Infektions- oder Verdachtsfälle in der ZUE Orsoy“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.

Zurzeit leben 161 Menschen in der Unterkunft in Orsoy. Sämtliche neuankommenden Bewohner würden einem medizinischen Kurzcheck unterzogen. Das heiße in de Praxis, dass „insbesondere Fieber gemessen“ werde.

Das Freizeitangebot, insbesondere in geschlossenen Räumen und in größeren Gruppen sei „umfassend eingeschränkt“ worden, sagte eine Sprecherin der Behörde. So wurde etwa auch die Kindertagesstätte in der Einrichtung geschlossen. Die Bewohner der ZUE würden umfassend über Ansteckungsgefahren und Vorsichtsmaßnahmen aufgeklärt. „Die in den Landeseinrichtungen untergebrachten Asylsuchenden sowie die Betreuungs- und Sicherheitsdienstleister werden über das Coronavirus und typische Symptome aufgeklärt und hinsichtlich der erforderlichen Hygienemaßnahmen sensibilisiert, unter anderem durch Gespräche und Info-Materialien“, heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Besuche in der Einrichtung seien untersagt worden. Darüber hinaus würden in den Häusern Gruppen, sogenannte Kohorten, gebildet, um das Risiko einer möglichen Infektion zu minimieren. Die Bewohner seien angehalten worden, die Einrichtung möglichst nicht zu verlassen, um einer Ansteckungsgefahr möglichst zu entgehen. Gruppenweises Verlassen der Einrichtung sei ausdrücklich verboten.

Die medizinische Versorgung der Bewohner sei wie bisher schon weiter gewährleistet, die Sanitätsstation habe geöffnet. Auch die Sprechstunden des Arztes fänden statt.

Aus Sicherheitsgründen sei die Essensausgabe zeitlich „gestreckt“ worden und finde nach Gebäudeteilen getrennt statt. Es werde zudem darauf geachtet, dass sich keine Warteschlange vor der Essensausgabe bildet. „Die Bewohner reagieren auf die Maßnahmen bislang sehr verständnisvoll und besonnen“, so die Sprecherin. Dennoch, so räumt sie ein, bedürfe es aber immer wieder „einiger Hinweise“. In allen Landeseinrichtungen seien die Hygienemaßnahmen ausgeweitet worden. Es gebe zusätzliche Handdesinfektionsspender. Die richtige Handhabung bei Übungen sei den Menschen erklärt worden. An vielen Stellen würden Hinweisschilder zum richtigen Verhalten hängen. Im Informationsbereich sei ein Infektionsschutz errichtet worden, der Mitarbeiter und Bewohner auf Sicherheitsabstand halte. Zudem würden die Unterbringungskapazitäten des Landes inzwischen erhöht, um die organisatorischen Möglichkeiten einer gesonderten Unterbringung von infizierten Personen, Verdachtsfällen und gesunden Personen auszubauen. Dabei werde auch der Bedarf von besonders schutzbedürftigen Personen berücksichtigt.

Seit November 2015 ist das ehemalige St.-Marien-Hospital eine Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge. Die Sozialbetreuung verantwortet seit diesem Jahr das Unternehmen European Homecare (EHC).

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