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Rheinberg: Bergbau zahlt Entschädigung für Erdbeben

Steinkohleabbau in Rheinberg : Wer Bergbau-Beben erdulden musste, wird entschädigt

Die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener informiert.

„Durch den Hochleistungsbergbau der RAG ist es in den letzten Jahren des deutschen Steinkohlebergbaus immer wieder zu bergbau-induzierten Erdbeben gekommen“, sagt die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener (SGB). Mehrere Tausende Erdschläge hätten die Menschen auch in Rheinberg immer wieder – oft auch in der Nacht – beunruhigt oder aus dem Schlaf gerissen.

Die SGB habe lange dafür gekämpft, dass Betroffene dafür entschädigt werden sollen. Mit Erfolg, wie SGB-Sprecher Ulrich Behrens jetzt mitteilte: „Die RAG ist als Bergbauunternehmer nach jahrelangen Diskussionen und einigen Gerichtsentscheidungen jetzt bereit, für die in den Jahren 2008 bis 2012 von den Bürgern erduldeten Erdbeben eine Entschädigung zu zahlen.“

In die Verhandlungen über die Modalitäten habe die RAG den Landesverband der Bergbau-Interessenvertretungen als Vertreter der SGB nicht einbinden wollen. Je nach Ortslage sollen nun Beträge in Höhe von 200, 400 oder 800 Euro als Ausgleich angeboten werden. Eine Anspruchsstellung sei relativ unbürokratisch über das Internet möglich. Die Webadresse dazu lautet: https://www.rag.de/wohnwertminderung. Dort werde dann auch schnell deutlich, ob dem Einzelnen eine Entschädigung angeboten werde.

Behrens: „Das ist sicher ein Erfolg, allerdings ist der Kreis der Anspruchsberechtigten zu klein und wir erwarten von der RAG eine Offenlegung der Kriterien. Viele Bürger gehen jetzt leer aus. Ihnen bleibt vermutlich nur der mühsame Weg einer Klage mit ungewissem Ausgang nach Jahren.“ In Rheinberg sind nach erster Einschätzung der SGB die Bewohner des westlichen Teils der Stadt ab der Breslauer Straße anspruchsberechtigt. Genaueres könne man über die Website abfragen. Die SGB berichtet beim nächsten Stammtisch über Einzelheiten. Mitglieder, die Hilfestellung wünschen, sollten sich im Bürgerbüro der Stadt eine Meldebescheinigung besorgen und mit dieser und ihren Kontodaten zum nächsten Stammtisch kommen – oder für einen kleinen Jahresbeitrag Mitglied werden.

(RP)