Rheinberg: Bahnsteig am Bahnhof soll barrierefrei werden

Nahverkehr : Bahnsteig soll barrierefrei werden

Den Ausbau zahlt der Bund zu 100 Prozent. Dies teilte CDU-Abgeordnete Sabine Weiss nach der Debatte über den Bundeshaushalt 2019 mit.

Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss, zu deren Wahlbezirk im Kreis Wesel auch Rheinberg gehört, hatte es von Kollegen aus dem Haushaltsausschuss erfahren. Am Freitag reichte die CDU-Politikerin und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium die frohe Kunde mit den Worten weiter: „Gute Nachrichten für die Rheinberger und ihren Bahnhof“, sagte sie nach der Debatte über den Bundeshaushalt 2019. „Es gibt Geld vom Bund für die barrierefreie Modernisierung des Bahnsteigs und für weitere Detailmaßnahmen.“

Die Planungen sollen, so Sabine Weiss, voraussichtlich bis 2019 abgeschlossen sein. Der Bund finanziert ihren Angaben zufolge Planung und Durchführung der Modernisierungsmaßnahmen zu 100 Prozent. „Wir wollen mehr Mobilität für alle“, so Sabine Weiss. „Mit dem Haushalt 2019 gehen wir diesen Weg konsequent weiter. Für 118 kleinere Bahnhöfe haben wir die Finanzierung des barrierefreien Ausbaus gesichert. Gerade auch in ländlichen Regionen ist die Barrierefreiheit an Bahnhöfen von zentraler Bedeutung für die Mobilität von Menschen mit Behinderung.“

Die Deutsche Bahn hielt sich am Freitag mit einer Einschätzung zurück. „Uns liegt der genannte Beschluss noch nicht vor“, sagte ein Bahnsprecher auf Nachfrage dieser Redaktion. „Erst wenn wir diesen erhalten haben und eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Bund geschlossen ist, können wir den barrierefreien Ausbau von einzelnen Bahnhöfen bestätigen.“

Auch in der Rheinberger Stadtverwaltung ist bekannt, dass der Bahnsteig modernisiert und barrierfrei ausgebaut werden soll. Mehr war allerdings am Freitag im Stadthaus nicht zu erfahren.

Geplant ist offenbar, den Bahnsteig um 70 Zentimeter höher zu legen – dadurch wäre er auf einem Niveau mit den Einstiegen der Züge der Nordwestbahn, die auf der regionalen Bahnstrecke (RB 31 „Der Niederrheiner“) zwischen Duisburg und Xanten pendeln.

Davon wurde auch Norbert Geerkens in Kenntnis gesetzt. Der Rheinberger Unternehmer ist Eigentümer des Bahnhofsgebäudes und wurde vor rund zwei Monaten angeschrieben. „Dass der Bahnsteig barriereferei ausgebaut wird, stört mich nicht“, sagt Geerkens. „Mich stört, dass der Service-Punkt verlegt werden soll. Dagegen werde ich Einspruch erheben, auch wenn das wenig Aussicht auf Erfolg haben sollte.“

Wartehäuschen, Info-Tafeln und Kartenautomat befinden sich jetzt auf der südlichen Seite des Bahnhofs, also, von der Bahnhofstraße aus kommend, davor. Nach Geerkens Kenntnisstand soll der Service-Punkt auf die andere Seite hinter das Fitness-Center verlegt werden. Geerkens: „Da gab es früher die Rampe, und das war lange ein Treffpunkt für Menschen mit Drogenproblemen. Das war eine echte Problemecke. Wir waren froh, als das endlich vorbei war.“ Er befürchtet, dass ein versteckt liegender Service-Punkt einen Rückfall in alte Zeiten bedeuten könnte.