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Rheinberg: Ausstellung im Stadthaus - Malerei und die Poesie von Baustahl

Kunst im Rheinberger Stadthaus : Malerei und die Poesie von Baustahl

Nach der Pandemie-Pause gibt es wieder eine Kunstausstellung im Rheinberger Stadthaus: Brigitte Becker, Ulrike Meier und Annemarie Granz-Kloss zeigen unter dem Titel „Wir Drei – Malerei trifft Skulptur“ bis Ende des Monats ihre Werke.

Nach einer längeren pandemie-bedingten Unterbrechung wurde jetzt im Foyer des Rheinberger Rathauses wieder eine Kunstausstellung eröffnet. Brigitte Becker, Ulrike Meier und Annemarie Granz-Kloss stellen unter dem Titel „Wir Drei – Malerei trifft Skulptur“ ihre Werke aus.

„Wir haben zusammen gemalt, Workshops besucht und wollten irgendwann mal eine gemeinsame Ausstellung machen“, erzählt Annemarie Granz-Kloss, die in der Nähe von Heidelberg lebt und dort die Rheinbergerin Brigitte Becker kennengelernt hat. Beide malen in Acryl, beide sowohl abstrakt als auch gegenständlich. Und manchmal, wie bei dem Bild mit dem Titel „Ostsee“ von Annemarie Granz-Kloss, entsteht daraus ein spannender Mix aus beidem.

In dem gegenständlichen Werk „Bottles“ bildet Granz-Kloos, die sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Mal-Techniken angeeignet hat, nicht einfach nur blaue Flaschen ab, sondern erzeugt darin eine besondere Stimmung, weckt vertraute Gefühle. Die Künstlerin findet beide Herangehensweisen reizvoll: „Wenn ich irgendetwas im Kopf habe, denke ich sofort, das müsste man malen.“

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Brigitte Becker hat die Malerei im Ossenberger Atelier der Künstlerin Kiki Dietz gelernt. Aus dieser Zeit stammt das Bild einer Öllampe. Das vordergründig schlichte Motiv offenbart seinen Anspruch an die Künstlerin in der vermeintlichen Dreidimensionalität, die durch geschickte Lichtspiegelungen erzeugt wird. „Die drei Dimensionen des Objektes auf zwei zu reduzieren, war ein spannender Prozess. Man nennt ihn sehen lernen“, erinnert sich die Rheinbergerin.

In ihrem Werk „Blätter“ hat sie drei einfache Gummis um die Landschaft gespannt, die wie ein Gartenzaun wirken. Auf einem anderen Bild dringt von oben ein scheinbar nicht dazu gehöriges Dreieck ein. Kiki Dietz, die die Vernissage ihrer ehemaligen Schülerin auf keinen Fall verpassen wollte, erläutert den Hintergrund: „In der Kunst nennt man das den Bruch des goldenen Schnitts.“

Überall zwischen den Bildern ziehen die Skulpturen von Ulrike Meier die Blicke auf sich. Seit 25 Jahren bereits ist die gebürtige Oberhausenerin künstlerisch tätig, seit 16 Jahren sind ihre Werke auch in Ausstellungen zu sehen und stoßen dabei immer wieder auf Resonanz. „Ulrike Meier schafft es in ihren Skulpturen, dem spröden Baustahl seine eigene Sprache zu lassen und dennoch mit minimalen Eingriffen subtile poetische Wirkung zu erzeugen“, schrieb die Kunsthistorikerin Gudrun Wirth.

Was damit gemeint ist, wird an der Skulptur „Durchblick“ deutlich. „Das war mal der Dichtungsring einer Talsperre. Den habe ich in einem Altmetall-Container gefunden und in Handarbeit geschliffen, bis er glänzte“, erzählt die Künstlerin. Damit der Charakter des Bauteils erkennbar bleibt, hat sie darauf geachtet, dass die ursprünglichen Schleifspuren darauf erhalten blieben.

Sehenswert ist auch ihre Skulptur mit dem Titel „Rondo“. Ausgangspunkt war ein Rohr aus Baustahl, dass sie in Ringe geschnitten und diese ineinander verwoben hat. „Damit der Stahl eine holzähnliche Patina erhält, habe ich ihn mit einer Säure behandelt“, erklärt Ulrike Meier.

(erko)