Kultur in Rheinberg Glanzvoller Auftakt einer kurzen Abendmusik-Reihe

RHEINBERG · Der Saxophonist Martin Hilner und der Organist Heinz-Peter Kortmann gestalteten das erste von diesmal nur drei Konzerten in der Reihe Rheinberger Abendmusik.

Christoph Bartusek, Leiter der Reihe Rheinberger Abendmusik, an der Orgel in der St.-Peter-Kirche.

Christoph Bartusek, Leiter der Reihe Rheinberger Abendmusik, an der Orgel in der St.-Peter-Kirche.

Foto: Fischer, Armin (arfi )/Fischer, Armin ( arfi )

Zum Auftaktkonzert der neuen Saison 2022/2023 seiner Reihe „Rheinberger Abendmusik“ hatte der Kirchenmusiker von St. Peter, Christoph Bartusek, jetzt einladen. Als Grund für den späten Beginn nannte Bartusek eine Vielzahl von Corona-Erkrankten, die in der Gemeinde ihre Spuren hinterlassen hätten. Und dass die diesjährige Saison auch nur bis Ostern dauere und folglich nur drei Orgelkonzerte insgesamt möglich seien, habe mit der überfälligen Sanierung und der damit verbundenen Schließung der Pfarrkirche zu tun, sagte er.

Trotzdem, so Bartusek, sei es gelungen, die kurze Reihe von drei Abendmusiken hochkarätig zu besetzen. Als Motto für die neue Saison habe er den Titel „Orgelduo“ gewählt. Während das erste Konzert Musik für Saxophon und Orgel bot, wird es im zweiten am 15. Januar Musik für zwei Spieler geben – „also zu vier Händen und vier Füßen“, wie er es ausdrückte. Das Organisten-Ehepaar Iris und Carsten Lenz wird den Abend musikalisch gestalten. Den frühen Abschluss der Saison am 19. März des nächsten Jahres liefert dann ein Konzert mit Musik für Panflöte und Orgel. Hannah Schlubeck, „eine Panflötistin von Weltruf“, so Bartusek, wird zusammen mit ihm an der Orgel unter anderem musikalische Werke von Telemann, Bach und Mozart dem Publikum zu Gehör bringen.

Beim Eröffnungskonzert präsentierte Bartusek mit Martin Hilner am Saxophon und Heinz-Peter Kortmann an der Orgel zwei exzellente Virtuosen. Zehn Werke verschiedener Komponisten aus unterschiedlichen Kulturkreisen umfasste das flotte, gut eine Stunde dauernde Programm. An Musikrichtungen zu hören gab es Kompositionen der Klassik aus dem 19. Jahrhundert, zeitgenössische Klänge aus dem 20. Jahrhundert sowie aktuelle Stilrichtungen des 21. Jahrhunderts noch lebender Komponisten.

Zur letztgenannten Gattung gehörte beispielsweise ein äußerst gelungenes, neu arrangiertes „Ave Maria“ von Giulio Caccini (1551 bis 1618) durch den japanischen Komponisten Tomoyuki Asakawa sowie ein jazzartiges Werk von Hans-André Stamm unter dem Titel „Pick five“. Darin zu hören gab es ungewöhnliche Metren im 5/4-Takt, die bravourös von den Solisten Hilner und Kortmann gemeistert wurden.

Nicht minder spektakulär verlief der musikalische Vortrag vom „Allegro cantabilé“ aus der Sinfonie Nr. 5 f-moll op.42/1 von dem französischen Komponisten Charles-Marie Widor (1844 bis 1937), dessen wohl berühmteste Orgelsinfonie. Der zweite Satz wiederum bestach durch seine so wundervoll elegisch dahinfließende, leicht melancholische Melodie. Insofern war es eine wunderbare Idee von Heinz-Peter Kortmann, dieser Ursprungskomposition mit einer eigenen Bearbeitung eine weitere raffinierte Aufführungsvariante hinzuzufügen.

Das Publikum war entzückt von diesem Abend und erhielt als Belohnung für seinen heftigen Schlussapplaus eine Zugabe.

(O.R.)