Rheinberg: Auf den richtigen Weg zur Lösung kommt es an

Amplonius-Gymnasium : Auf den richtigen Weg zur Lösung kommt es an

113 Schüler aus 13 Gymnasien des Kreises Wesel haben sich in Rheinberg an der zweiten Runde der Mathe-Olympiade beteiligt.

Die Anspannung ist an diesem Donnerstagmorgen im Forum des Rheinberger Amplonius-Gymnasiums förmlich greifbar. Insgesamt 113 Schülerinnen und Schüler aus 13 Gymnasien des Kreises Wesel sind nach Rheinberg gekommen, um an der zweiten Runde der 59. Mathematik-Olympiade teilzunehmen. Es ist mucksmäuschenstill, die Teilnehmer legen ihre Stirn in Falten, grübeln und rechnen, immer auf der Suche nach dem einen entscheidenden Ansatz, der die Lösung bereithält.

Denn die Aufgaben sind durchaus anspruchsvoll, weiß Organisator Ulf Baumgarten: „Das sind kleine mathematische Probleme, sie erinnern ein wenig an Knobelaufgaben. Die Fähigkeiten zur Problemlösung werden zwar im Mathematik-Unterricht vermittelt, aber nicht auf diesem Niveau.“

Als Grundvoraussetzung, sich einen der sieben Startplätze für die Landesausscheidung im kommenden Februar im westfälischen Hamm zu sichern, ist für Baumgarten eine gewisse Affinität zur Welt der Zahlen unerlässlich. Darüber hinaus empfiehlt der Mathematiklehrer des Amplonius-Gymnasiums, das mit 14 Teilnehmern das dritthöchste Kontingent des Kreises stellt, eine ordentliche Portion Ehrgeiz: „Man darf nie die Flinte ins Korn werfen, muss sich in die Aufgaben reinbeißen, auch wenn es noch so schwierig erscheint.“

Als Mathematik-Hochburg im Kreis gilt das Moerser Adolfinum-Gymnasium. Gleich 20 Schüler sind aus der ehemaligen Grafenstadt angereist und die wollten mehr als nur dabei sein. „Im Bus herrschte eine große Vorfreude, viele sind richtig aufgeregt. Druck gibt es allerdings keinen, wir sehen den Wettbewerb als Herausforderung“, sagt Mathematiklehrer Peter Kuster. Einen freien Schultag für die Teilnahme an der Olympiade gibt es übrigens nicht. Kuster: „Es gibt zwar für fünf Stunden unterrichtsfrei, aber der Stoff muss natürlich nachgeholt werden.“

Hilfsmittel wie Taschenrechner sind erlaubt, abschreiben selbstverständlich nicht, darüber wacht eine strenge Jury. Aber lunkern oder die Verwendung von Spickzetteln würde ohnehin nicht viel bringen, denn bei einer Mathe-Olympiade ist das Ergebnis einer Aufgabe eher zweitrangig. Die Gewichtung liegt auf dem richtigen Lösungsweg, die Teilnehmer müssen schlüssig Gedankengänge erklären können, die zu einem Ergebnis geführt haben. „Es hilft nichts, irgendwo eine Zahl aufzuschnappen. Jede einzelne Etappe der Rechnung wird bewertet“, so Kuster.

Wem das am besten gelang, erfahren die Beteiligten am 14. Januar. Dann findet im Forum des Rheinberger Amplonius-Gymnasiums im Rahmen einer Feierstunde die Preisverleihung der Zwischenrunde statt. Neben den sieben Qualifikanten für die Landesausscheidung dürfen sich dank dem Sponsor Volksbank Niederrhein eG rund 20 weitere Zahlentüftler auf wertvolle Sachpreise freuen.