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Rheinberg: Anwohner des Orsoyer Hafens befürchten Hafenerweiterung

Protest gegen Niag-Hafen Orsoy : Anwohner befürchten Hafenerweiterung

In Orsoy hat sich eine Interessengemeinschaft gebildet, die Probleme mit dem Kohleumschlag der Niag am Rhein hat. Der Staub werde zur Dauerbelastung. Am Mittwochabend gibt es ein öffentliches Treffen im Lokal „Orsoyer Hof“.

Es ist der Kohlenstaub, der auch durch die kleinsten Ritzen dringt und einfach alles verschmutzt. Und es ist die Angst davor, dass der Niag-Rheinhafen doppelt so groß werden könnte wie jetzt. Acht Anwohner des Niag-Hafens haben sich zusammengeschlossen und wollen sich wehren. „So, wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen“, konstatiert Robert Schneiders, der nur einen Steinwurf von der Hafeneinfahrt entfernt wohnt. Er und seine Mitstreiter laden zur Gründung einer Interessengemeinschaft ein. Das Treffen findet statt am nächsten Mittwoch, 23. Januar, 19.30 Uhr, im Lokal „Orsoyer Hof“ am Hafendamm in Orsoy. Wer sich informieren oder sich der Interessengemeinschaft anschließen möchte, ist eingeladen.

Wenn Sabine Kleinholdermann, Robert Schneiders, Peter Schmitz und Dankwart Bender, alle seit vielen Jahren Hafen-Anlieger, von ihren Erlebnissen insbesondere des letzten Sommers erzählen, fühlt man sich an Geschichten aus einer Bergarbeitersiedlung in den sechziger Jahren erinnert. Die Teller beim Grillabend, die Terrasse im Garten, das weiße T-Shirt, die Füße der Kinder – alles schwarz. „Wir haben ununterbrochen geputzt“, so Sabine Kleinholdermann. Und mal ebenso wische man den Staub nicht weg. Weil die Kohle, die im Hafen umgeschlagen wird – per Kran vom Schiff auf den Zugwaggon – fetthaltig ist, müsse man schon ordentlich reiben.

 Die Mitbegründer der Interessengemeinschaft (von links): Robert Schneiders, Peter Schmitz, Sabine Kleinholdermann und Dankwart Bender.
Die Mitbegründer der Interessengemeinschaft (von links): Robert Schneiders, Peter Schmitz, Sabine Kleinholdermann und Dankwart Bender. Foto: Fischer, Armin (arfi)
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An einigen Tagen im Juli und im August sei es so schlimm gewesen, dass das Maß voll gewesen sei. „Wir haben uns an die Niag gewandt“, so Schneiders. Der Hafen-Betreiber haben dann auch 150 Euro an jeden Betroffenen, der sich meldete, gezahlt. Am 4. August trafen sich Nachbarn erstmals, um etwas zu unternehmen. Am 2. September kam es dann zu einem ersten Treffen mit Vertretern der Verkehrsbetriebe. Ein Arbeitskreis, den es vor Jahren schon einmal gab, lebte wieder auf. Er tagte erstmals am 31. Oktober. Mit dabei neben Niag und Anwohner auch die Stadt Rheinberg und der Krei Wesel. Die Initiatoren wollen in diesem Arbeitskreis erreichen, dass die Niag dafür sorgt, dass kein Kohlenstaub mehr das Hafengelände verlässt.

Sorgen bereitet den Orsoyern  aber auch, dass im Zuge der Neuaufstellung des Regionalplans die Rede von einer Erweiterung des Hafens ist. „Es geht um zusätzliche 120.000 Quadratmeter, also um einer Verdopplung der heutigen Fläche“, so Dankwart Bender.

Anne Biehl, bei der Niag Fachbereichsleiterin Hafen-Vertrieb-Logistik, bestätigt, dass man mit den Anwohnern im Dialog stehe.  „Das nächste Treffen ist am 13. Februar vorgesehen. Dann wollen wir insbesondere Möglichkeiten entwickeln, wie im Geiste eines respektierten Nebeneinanders und einer nachbarschaftlichen Beziehung zukünftig mit Belastungen aus Staubentwicklungen umgegangen wird“, teilt sie mit. Was den Regionalplan  angeht, so habe die Niag reagiert, nachdem sie vom RVR als Regionalplanungsbehörde angeschrieben und auf die Möglichkeit zur Abgabe einer Stellungnahme hingewiesen worden sei. „Das Schreiben stellt keinen Antrag der Niag auf eine Erweiterung des vorhandenen Hafens dar. Ob, wann, für welche Güter und durch wen überhaupt eine bauliche Neuentwicklung von Hafenflächen in Orsoy in Erwägung gezogen wird, ist noch völlig offen“, so die Hafen-Chefin.