Rheinberg: Amazon-Streik auch wegen Krankheit und Kündigungen

Unternehmen : Amazon-Streik auch wegen Kündigungen bei Krankheit

Bei Amazon in Rheinberg wird wieder gestreikt. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hatte die Beschäftigten dazu aufgerufen, bis einschließlich Mittwoch die Arbeit niederzulegen. Ende vergangener Woche hatte die Gewerkschaft bereits den Standort in Werne für zwei Tage bestreikt.

Die Beschäftigten kämpfen weiterhin dafür, dass Amazon die Tarifverträge des Einzelhandels NRW unterzeichnet.

Die Landesbezirksfachbereichsleiterin für den Handel, Silke Zimmer, sagt: „Amazon hat im vergangenen Jahr in Deutschland einen Umsatz von über 17 Milliarden Euro gemacht. Dies entspricht einem gigantischen Warenberg, der von den Kolleginnen und Kollegen gepickt und gepackt wurde. Mit den Streiks wollen wir den Druck auf den Konzern weiter hochhalten, damit die Beschäftigten endlich nach den Löhnen und Gehältern der ihnen zustehenden Tarifverträge für den Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen bezahlt werden.“

Der in Rheinberg zuständige Gewerkschaftssekretär Tim Schmidt fügte hinzu: „Wir haben die Kolleginnen und Kollegen direkt nach der Betriebsversammlung zum Streik aufgerufen. Das Thema der Versammlung ist die Zunahme an krankheitsbedingten Kündigungen am Standort. Die Androhung bei Krankheit möglicherweise gekündigt zu werden, erhöht den ohnehin schon enormen Leistungsdruck auf die Beschäftigten noch einmal. Auch damit diesem Druck etwas entgegengesetzt wird, fordern wir den Tarifvertrag ,Gute und gesunde Arbeit’ bei Amazon.“

Amazon bezog am Mittwoch Stellung zu den Verdi-Ausführugen: „Gemeinsam mit unseren Betriebsräten versuchen wir, gesundheitliche Probleme bereits im Voraus zu vermeiden. Unser oberstes Ziel ist, unsere Mitarbeiter dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben. Dazu bilden wir sie entsprechend aus und helfen bei der Reintegration. Gleichzeitig tolerieren wir aber keinen Missbrauch dieses Systems.“

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