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Rheinberg: Amazon stellt zusätzliche Mitarbeiter ein

Online-Handel : Amazon stellt zusätzliche Mitarbeiter ein

Der Online-Handel profitiert von der Corona-Krise. Die Beschäftigten bekommen vorerst zwei Euro pro Stunde mehr.

Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Imbissketten, Cafés, alles ist geschlossen. Doch bei Amazon im Rheinberger Logistikzentrum wird kräftig gearbeitet. Rund 2000 Mitarbeiter picken und packen, damit die Kunden versorgt sind. Das versteht nicht jeder. Warum muss Amazon seinen Betrieb nicht einstellen, wo doch bei so vielen Menschen auf engem Raum die Chance, sich zu infizieren, groß ist,  fragen manche.

Der Online-Handel ist der große Gewinner der Corona-Krise. Und Amazon rechtfertigt sich: „Im Zuge der Covid-19-Pandemie leisten Amazon und unser Netzwerk aus Partnern den Menschen weltweit große Unterstützung – indem wir Verbrauchern ihre dringend benötigten Artikel direkt vor die Haustür liefern“, teilte das Unternehmen auf Anfrage der RP-Redaktion mit. „Da die Nachfrage weiter steigt, arbeiten wir daran, dass wir auch weiterhin die am stärksten betroffenen Kunden beliefern können und gleichzeitig unsere Mitarbeiter sicher sind. Wir halten uns genau an die Richtlinien der lokalen und internationalen Gesundheitsbehörden und haben eine Reihe von präventiven Gesundheitsmaßnahmen an Standorten auf der ganzen Welt eingeführt“, heißt es weiter.

Viele Kunden hätten keine andere Möglichkeit, an wichtige Artikel zu kommen, und der Online-Handels-Riese will sicher sein, „dass wir die richtigen Ressourcen zur Verfügung haben, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Aus diesem Grund priorisieren wir seit dieser Woche den Eingang von Waren, die Kunden aktuell am dringendsten brauchen. Es handelt sich dabei um Artikel für den täglichen Bedarf, medizinische Verbrauchsgüter und andere Produkten mit hoher Nachfrage in unseren Logistikzentren“. Den eigenen Mitarbeitern wolle Amazon Anerkennung zeigen, schließlich spielten sie eine wesentliche Rolle. Ein Unternehmenssprecher: „Das tun sie zu einer Zeit, in der viele der normalerweise verfügbaren Angebote nicht zur Verfügung stehen. Um den Beitrag der Versandmitarbeiter in Deutschland und Österreich zu würdigen, werden wir bis Ende April zusätzlich zwei Euro brutto pro gearbeitete Stunde bezahlen. Dies erfolgt zusätzlich zu unserem Lohn von umgerechnet mindestens 11,10 Euro brutto pro Stunde.“

Außerdem schaffe das Unternehmen aktuell 350 zusätzliche neue Voll- und Teilzeitstellen in seinen Logistikzentren und im weiteren Logistiknetzwerk in ganz Deutschland, um der steigenden Nachfrage der Menschen gerecht zu werden, die in dieser Zeit auf den Service von Amazon angewiesen seien. Amazon: „Wir wissen, dass viele Menschen wirtschaftlich betroffen sind, da Arbeitsplätze in Bereichen wie Hotels, Restaurants und Reisen als Teil dieser Krise wegfallen. Wir möchten, dass diese Menschen wissen, dass wir sie in unseren Teams willkommen heißen bis sich die Dinge wieder normalisieren und ihr früherer Arbeitgeber in der Lage ist, sie weiter zu beschäftigen.“

Amazon habe außerdem bereits vor längerer Zeit Investitionen und 2000 weitere Arbeitsplätze in den zwei Logistikzentren in Oelde und Sülzetal angekündigt, die dieses Jahr in Betrieb gehen sollen.

Amazon haben vorsorglich an seinen Standorten auf der ganzen Welt eine Reihe von präventiven Gesundheitsmaßnahmen für Mitarbeiter, Liefer- und Transportpartner eingeführt. Diese Maßnahmen umfassen eine verstärkte Reinigung beispielsweise von Türgriffen, Treppengeländern, Aufzugstasten und Touchscreens. Zudem seien Teammeetings während der Schichten abgesagt, Möbel in den Pausenbereichen sind in größeren Abständen angeordnet und Pausenzeiten der Schichten werden jetzt gestaffelt, damit Abstand gehalten werden kann.