Rheinberg: Alternative für die Nordumgehung

Stadtplanung in Rheinberg : Alternative für die Nordumgehung

Der Rheinberger Ex-CDU-Fraktionschef Wolfgang Fillers greift einen alten Vorschlag zur Verkehrslenkung auf.

Eine Umgehungsstraße, die über das Gelände des Solvay-Industrieparks führt – „das ist eine uralte Idee der CDU“, unterstreicht Wolfgang Fillers aus Borth, ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender. Er schlägt nun eine veränderte Trassenführung vor. Im vergangenen Juni hatte der Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss dem Rat empfohlen, den Startschuss zum Bau der sogenannten Nordumgehung zu geben, um die Verkehrsströme von der Autobahn (A 57) zum Industrie- und Gewerbepark an der Xantener Straße sowie zum Industriepark Solvay mit der Inovyn Deutschland GmbH auf Sicht ortsverträglich zu lenken. Insbesondere die Wohnqualität in Millingen soll dadurch langfristig spürbar erhöht werden, weil dort die häufig beklagte Lärm- und Abgasbelastung durch Schwerlastverkehr dann endlich wegfallen würden.

Die Nordumgehung soll in Höhe des Kreisverkehrs Alpener Straße/An der Rheinberger Heide beginnen und an der Weststraße (Solvay-Tennisplätze) in die Xantener Straße (L 137) münden. So könnte die Kreisstraße 31n, also die von der B 510 kommende und am Aldi-Logistikzentrum vorbeiführende Umgehungsstraße, fortgesetzt werden. Eine Machbarkeitsstudie habe die Stadt in Auftrag gegeben. Das Ergebnis soll voraussichtlich im zweiten Quartal dieses Jahres vorliegen.

„Die Überlegung dieser Trassenführung hat damals Sinn ergeben“, sagt Wolfgang Fillers. „Aber inzwischen hat sich die Situation in diesem Bereich grundlegend geändert.“ Fillers nennt drei Faktoren: An der Zollstraße ist zwischenzeitlich ein BMW-Logistikzentrum gebaut worden, das ein größeres Aufkommen an Lkw-Verkehr mit sich bringe. Außerdem plane Solvay an der Kreuzung Xantener Straße/Zollstraße (Kreisstraße 14) den Bau eines Holzkraftwerkes. „Auch dadurch fahren dort in Zukunft viele Lkw“, befürchtet Fillers. Und drittens beginne im Bereich Millingen/Drüpt irgendwann die Auskiesung. Auch das sei ohne eine Zunahme an Verkehr nicht zu machen.

Fillers: „Ich bin nicht dafür, Schwerlastverkehr zu verbieten, sondern bevorzuge kreative Lösungen.“ Sein Vorschlag: Die Umgehungsstraße sollte vom Kreisverkehr Alpener Straße/An der Rheinberger Heide anders verlaufen. Sie sollte nach seiner Auffassung zwischen Bahnlinie und Schlackeberg führen. Dabei sei zu klären, ob man die Bahnlinie untertunneln könnte. Weiter solle sie am gesamten Innovyn-Werk (ehemals Solvay Werksteil West) vorbeiführen und dann in die Zollstraße münden.

„Dann könnte der Verkehr deutlich besser abfließen, als wenn man, wie derzeit vorgesehen, an der ohnehin schlecht einsehbaren Kreuzung Weststraße auskommt. Dann wäre Stau programmiert.“ Dass es bei der Umsetzung Probleme zu lösen gebe, sei ihm vollkommen klar, so Fillers. Zum Beispiel, wie die Strecke nahe der Bahnlinie und nahe des Chemiewerks geführt werden könne. Und auch, dass die Querung der Bahnlinie mit erheblichen Kosten verbunden sei. Und natürlich sei jede Planung abhängig davon, ob Solvay als Eigentümer der Flächen mitspiele.

Die CDU-Fraktion, der Wolfgang Fillers nicht mehr angehört, begrüßt seinen Vorschlag: „Wir haben die Streckenführung in der Fraktion nicht aktuell diskutiert, aber wir finden den Vorschlag gut“, heißt es.

Mehr von RP ONLINE