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Rheinberg/Alpen/Xanten: Massentests nach Ferienende

Schulen in Xanten, Rheinberg und Alpen : Massentests nach Ferienende

Nach den beiden schulfreien Wochen stand am Montag erst einmal die Corona-Pandemie auf dem Stundenplan: Alle Schülerinnen und Schüler wurden getestet – es gab einzelne positive Ergebnisse. Beispiele aus Rheinberg, Xanten und Alpen.

Die Corona-Lage im Kreis Wesel schien zuletzt einigermaßen entspannt. Doch mit dem Ende der Herbstferien ist die Sieben-Tage-Inzidenz wieder nach oben geklettert auf 41,5. Zwar noch nicht dramatisch, aber durchaus signifikant bei einem Stand von unter 30 am Freitag. Am Montag haben die Schulen ihren Betrieb wieder aufgenommen. Und ehe es an den Lernstoff ging, wurde erst einmal getestet, um möglichst sicherzugehen, dass niemand infiziert ist und andere ansteckt. So gehen Schulen damit um. Ein Überblick.

Weiterführende Schulen Ab Jahrgangsstufe fünf müssen sich die Kinder und Jugendlichen selbst testen. Drei Mal in der Woche – montags, mittwochs und freitags. Eine inzwischen eingeübte Praxis, die sich offenbar bewährt hat. Testen gehört dazu. Wie der morgendliche Gruß des pädagogischen Personals. So lief das auch nach dem Ende der Ferien.

Corina Schulz, Rektorin an der Sekundarschule in Alpen, blickt völlig entspannt auf das Testgeschehen ihrer rund 400 Schülerinnen und Schüler. Die Erfahrungen in den Wochen vor den Ferien haben sie zuversichtlich gestimmt. „Wir hatten keinen einzigen positiven Befund“, sagt sie. Sie habe mit steigender Impfquote in der Schülerschaft die begründete Hoffnung, dass sich daran nichts Wesentliches ändert. Corina Schulz lobt die Disziplin ihrer Schüler, die im Gebäude selbstverständlich Maske tragen und in den Klassen, in denen das möglich sei, regelmäßig lüften.

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Auch Frank Pieper, Leiter der Willi-Fährmann-Gesamtschule in Xanten, ist aufgrund der Corona-Lage für seine rund 1000 Schüler und das Unterrichtsgeschehen recht gelassen, zumal sich absehbar weitere Lockerungen abzeichnen. Inzwischen seien zumindest die meisten Schülerinnen und Schüler der Oberstufe geimpft, auch in den jüngeren Jahrgängen gehe es hier voran. Hilfreich sei es gewesen, dass sich seine Schüler bei einer mobilen Impfaktion auf dem Xantener Markt die Spritze holen konnten und ein Impfangebot bei einem Hausarzt bestanden habe. „Das hat uns spürbar weitergebracht“, sagt Pieper.

Überhaupt hat sich die Aufregung gelegt, nachdem nicht mehr gleich wie noch am Anfang der Pandemie ganze Klassen oder Lerngruppen nach Hause in Quarantäne geschickt werden müssten. Betrachtet wird zunächst der Einzelfall. Sollte ein Schnelltest positiv ausfallen, folgt der tiefergehende PCR-Test, und ist auch der positiv, müssen sich mögliche Kontaktpersonen engmaschig testen, um weitere Infektionen zu erkennen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Der Unterrichtsbetrieb an der Gesamtschule jedenfalls sei zuletzt jedenfalls nahezu reibungslos verlaufen. „Meine Schülerinnen und Schüler bewältigen die gebotenen Regularien ausgezeichnet“, lobt der Schulleiter.

Am Rheinberger Amplonius-Gymnasium sind am Montag alle Schüler und Schülerinnen getestet worden – knapp 1000 an der Zahl. „Es gab keine Auffälligkeiten“, sagt Schulleiter Marcus Padtberg erleichtert. Er ist froh, dass viele „seiner“ Gymnasiasten durchgeimpft sind. In der Q2 (letzter Jahrgang der Oberstufe) seien es fast alle und in der Q1 die allermeisten. Fortan wird an der Schule dreimal wöchentlich getestet – montags, mittwochs und freitags. Er sei froh, dass das Amplonius-Gymnasium relativ gut durch die Zeit gekommen sei.

An der Europaschule in Rheinberg (Gesamtschule), nur einen Steinwurf entfernt, sind am Montag 720 Schüler und Schülerinnen getestet worden – „alle, die nicht geimpft oder genesen sind“, so Direktor Martin Reichert. Dank eines eingespielten Test-Teams, bestehend aus drei Lehrern, laufe der Vorgang mittlerweile sehr geordnet. „Die Lehrer holen sich die Kits bei ihren Kollegen ab.“ Am ersten Tag nach den Herbstferien ist an der Europaschule ein Schüler positiv getestet worden.

Grundschulen Am ersten Schultag nach den Herbstferien sind direkt alle Schülerinnen und Schüler der Viktor-Schule Xanten getestet worden – sonst werden die vier Jahrgänge auf verschiedene Tage aufgeteilt. Für die Tests lutschten die Kinder an einem Tupfer wie an einem Lolli, deswegen wird von einem Lollitest gesprochen. Die Proben einer Klasse wurden in einem Röhrchen gesammelt, und die Röhrchen wurden von einem Fahrer abgeholt und in ein Labor gebracht. Dort werden die PCR-Tests untersucht. Das Ergebnis sollte die Grundschule am Abend oder in der Nacht bekommen.

Sollte eine Probe positiv sein, gilt das Ergebnis erst einmal für eine ganze Klasse: Dann müsse die Schule am frühen Dienstagmorgen alle betroffenen Eltern anrufen und informieren, erklärt Konrektorin Hilde Schmitz. Die Kinder müssten vorsichtshalber alle zu Hause bleiben, und sie werde von den Eltern Einzel-Proben der Kinder einsammeln, die noch einmal untersucht würden. Dieses Verfahren sei zwar aufwendig. Aber direkt von allen Kindern einzelne Proben zu entnehmen, sei teurer als die Pool-Lösung. Und anders als bei den weiterführenden Schülern werde an den Grundschulen nicht mit Selbsttests, sondern mit den Lollitests gearbeitet, die von einem Labor untersucht würden. Deshalb müssten Lehrer, Eltern und Kinder auf das Ergebnis warten. Dafür sei es aber zuverlässiger.

Auch an der Millinger Grundschule am Bienenhaus wird nach den Empfehlungen des Ministeriums gehandelt. Das bedeutet: Am Montag unterzogen sich alle 130 Jungen und Mädchen einem Lollitest. „Am Mittwoch sind dann die Kinder der ersten und zweiten Jahrgänge, am Donnerstag die der dritten und vierten Klasse an der Reihe“, sagt Schulleiterin Jasmin Brune.

(bp/up/wer)