1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Rheinberg: Adventsatmosphäre auf der Kuhstraße in Orsoy

Einzelhandel in Orsoy : Adventsatmosphäre auf der Kuhstraße

Im 13. Jahr kümmert sich Friedrich Füngerlings, Inhaber des Orsoyer Modegeschäfts Andantino, darum, dass die Einkaufsstraße im Ort schön geschmückt ist. Diesmal sind allerdings gleich vier Weihnachtsbäume gestohlen worden.

So schnell lässt sich Friedrich Füngerlings nicht die Freude nehmen. Schon ganz bestimmt nicht wegen ein paar Tannenbäumen. Im 13. Jahr kümmert sich der Orsoyer Geschäftsmann darum, dass die Kuhstraße in der Adventszeit schön geschmückt wird. Und dazu gehören auch Tannenbäume. „Jedes Jahr 19 Stück“, erzählt Füngerlings. „Alle werden mit roten Kugeln geschmückt. Jetzt sind gleich vier Bäume geklaut worden. Keine Ahnung, wer so was macht. Dass kurz vor den Feiertagen am 21. oder 22. Dezember mal ein Baum verschwindet, ist schon vorgekommen, aber direkt zu Beginn, das ist schon schade“, sagt er. Füngerlings stellte bei der Polizei eine Strafanzeige gegen Unbekannt. „Auch wenn die Chance gering ist, den Täter zu schnappen, ich möchte das nicht einfach so hinnehmen.“

Der Inhaber des Modehauses „Andantino“ – seit 35 Jahren führt er das Geschäft zusammen mit seiner Frau Anita – hat inzwischen Ersatz beschafft, die vier Lücken sind geschlossen, die Orsoyer Baumreihe ist wieder komplett. In Orsoy soll man sehen können, dass es auf Weihnachten zugeht, findet Füngerlings. Deshalb hat er 2008 angefangen, nach Totensonntag „aufzurüsten“. An den Straßenlaternen werden aus Reisig gebundene Sterne mit Lichterketten befestigt, in den Bäumen hängen jene großen roten Weihnachtskugeln.

Die Kosten teilen sich die Geschäftsleute untereinander auf. Die restliche Weihnachtsdeko finanziert Friedrich Füngerlings selbst. „Auch die Kugeln werden regelmäßig weniger“, stellt er dabei fest. Jedes Jahr investiert er gut 100 Euro in neuen Schmuck. Auch bei den Kugeln machen manche lange Finger, manche fallen einfach vom Wind runter und gehen kaputt. Hinzu kommt die Weihnachtsdekoration auf dem Vordach seines Geschäfts. Vier beleuchtete Tannenbäume stehen dort und im Ladenlokal sieben Krippen. Alles Familieneigentum. Die Mühe, die Kuhstraße in der Weihnachtszeit zu verschönern, macht sich Füngerlings nicht ohne Grund: „Ich möchte mehr Menschen zum Einkaufen nach Orsoy locken“, sagt er. „Wir haben hier tolle Geschäfte. Wenn es um den Einkauf geht, verbinden viele Leute diesen aber nur mit der Rheinberger Innenstadt.“

Die Resonanz auf seine vorweihnachtlichen Bemühungen sei gut. Und das Geschäft läuft. Friedrich Füngerlings: „Wir haben Kunden, die kommen aus Duisburg, Wesel, Neukirchen-Vluyn oder Moers zu uns, weil sie die Atmosphäre in unserem 200 Quadratmeter großen Laden genießen. Besonders jetzt in Corona-Zeiten ist das doch wichtig: Wir nehmen uns noch die Zeit für Gespräche. Und auf dem Dorf sind die Geschäfte nicht so voll wie in der Stadt. Auch das hat sich herumgesprochen.“ Er wünsche sich, dass sich in Rheinberg nicht alles auf die Stadtmitte konzentriere, sondern dass bei Aktionen wie der Ausstellung „Alltagsmenschen“ die Stadtteile mehr eingebunden werden. Darüber möchte er auch mit Bürgermeister Dietmar Heyde in dessen Bürgersprechstunde reden.

Fürs nächste Jahr will Füngerlings an der Kuhstraße in Orsoy in Sachen Diebstahl aufrüsten. Die Bäume vor seinem Geschäft hat Friedrich Füngerlings bereits zusätzlich mit Vorhängeschlössern gesichert. Die restlichen Tannenbäume sind bisher mit Kabelbindern an den Laternen und Schildern befestigt. „Vielleicht kaufe ich 20 Fahrradschlösser und sichere die Bäume damit, in der Hoffnung, dass sie dann nicht so schnell geklaut werden.“