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Rheinberg: 85-jähriger Mann ärgert sich, dass er das Bürgerbüro nicht erreicht

Mangelnde Bürgernähe : Kaum erreichbar – Bürgerfrust mit Rheinbergs Bürgerbüro

Einen Mann aus Reinberg ist das Portemonnaie gestohlen worden, deshalb braucht er kurzfristig einen neuen Personalausweis. Doch habe er das Bürgerbüro zunächst nicht erreichen können, dann einen Termin erst in nächsten Woche bekommen, beklagt er.

Theodor Schepers (85) ist sauer. Auf die Stadt, genauer aufs Bürgerbüro im Rheinberger Stadthaus. Das verdiene seine wohlfeile Bezeichnung nicht wirklich, meint der 85-Jährige. Da brauche er die Anlaufstelle einmal ganz dringend und könne die Mitarbeitenden nicht erreichen, zumindest nicht telefonisch, um sein für ihn wichtiges Anliegen vorzutragen, berichtet er. Sein Ärger hat eine längere Geschichte.

Anfang der Woche sei er in einem Garten-Center in Rheinbergs Nachbarschaft einkaufen gewesen, erzählte er. Beim Gang durch die Reihen und Aussuchen der Blumen habe ihm jemand unbemerkt seine Geldbörse mit sämtlichen Papieren gestohlen. Personalausweis, EC-Karte, Führerschein – alles weg. Den Verlust habe er erst an der Kasse bemerkt, als er zahlen wollte.

Es kam noch schlimmer. Als er bei der Polizei Anzeige erstattet habe, hätten die Beamten ihm geraten, dringend sein Konto sperren zu lassen. Als das geschah, hatten die Diebe, „ohne die Pin zu kennen“, bereits einen vierstelligen Betrag abgehoben, erzählt Schepers. Mit seinem Geldinstitut aber sei er prima klar gekommen. Die alte EC-Karte sei sofort gesperrt worden, die neue unterwegs. Auch mit der Krankenkasse hätte es keine Probleme gegeben. Die neue Gesundheitskarte habe er schon.

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Nur mit dem Bürgerbüro habe es so seine Tücken. Acht Mal habe er versucht, übers Telefon Kontakt aufzunehmen, um zu erläutern, dass er dringend einen neuen Personalausweis benötige. Nicht einmal sei er durchgekommen, schildert der Rheinberger seine Erfahrungen. Dabei habe er glücklicherweise inzwischen erfahren, dass er sich beim Straßenverkehrsamt in Moers ausweisen müsse, wenn er Ersatz für seinen Führerschein beantragen möchte.

„Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, sagt Theo Schepers. Also habe er einen anderen, den digitalen Weg beschritten, im Bürgerbüro einen Termin zu bekommen. Mit zweifelhaftem Erfolg, wie er sagt. Einen Termin habe er, aber erst am 22. Juni. „Dann liegt der Diebstahl schon zwei Wochen zurück“, sagt er. „So lange bin ich ohne Ausweis und ohne Führerschein. Das darf doch nicht wahr sein.“ Unter Bürgerbüro habe er sich bisher was anderes vorgestellt.

Unterdessen sagte eine Sprecherin im Stadthaus, dass das Bürgerbüro nach Kräften arbeitete und die Terminvergabe „gerade online eigentlich auch ganz gut funktioniert“. Allerdings sei der Arbeitsanfall in der Abteilung sehr hoch, so dass es auch schon mal etwas länger dauern könne als gewünscht, bis man einen Termin bekomme. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass man beim Versuch, telefonisch vorstellig zu werden, nicht gleich zur Sachbearbeiterin oder einem Sachbearbeiter durchdringe und in der Warteschleife lande. „Manchmal muss man ein wenig Geduld haben“, so die Sprecherin. Selbstverständlich würden solche Hinweise von Bürgern wie Theo Schepers ernst genommen, um den Bürgerservice zu optimieren.

(bp)