Rheinberg: 100 Prozent Einzelzimmer im Altenheim

Rheinberg-Orsoy : Pflegeheim in Orsoy jetzt eine Baustelle

Evangelische Altenhilfe startet die Erweiterung des Pflegeheimes in Orsoy. Es folgt im nächsten Schritt die Modernisierung des bestehenden Gebäudes. Die vom Gesetzgeber geforderte Einzelzimmerquote wird zu 100 Prozent erfüllt.

Es wird noch ein klein wenig dauern, bis die Evangelische Altenhilfe Duisburg Am Ostwall in Orsoy mit schwerem Gerät durchstarten kann; ihr Alten- und Pflegeheim zu erweitern und fit zu machen für die Zukunft. Weil aber nur noch ein paar Details offen sind auf dem denkmalsensiblen Terrain am Rhein, haben die Verantwortlichen am Dienstagmorgen symbolisch zum Spaten gegriffen und in knochentrockener Erde ein Signal gesetzt. Es kann losgehen mit dem Aufbruch in die neue Pflegezeit. Bis die erreicht ist, werden gut drei Jahre ins Land ziehen. Dann werden alle Bewohner in modernen Einzelzimmern mit einer rollstuhlgerechten Nasszelle leben. Der Gesetzgeber gibt eine Einzelzimmer-Quote von 80 Prozent vor. Der Bauherr möchte 100 Prozent erfüllen.

Erste Etappe soll der dreigeschossige Erweiterungsneubau sein. In dem entstehen 33 Einzelzimmer, dazu Gemeinschaftsräume. „Wir werden künftig Wohngruppen bilden, die dezentral versorgt werden“, erläuterte Peter Leuker, Geschäftsführer der Ev. Altenhilfe, die insgesamt sieben Pflegeeinrichtungen mit rund 640 Plätzen unterhält. Das an der Südost-Seite angebaute neue Haus soll sich dezent ins bauhistorisch wertvolle Umfeld einfügen als eher funktionales Gebäude, wie Architekt Michael Wetzels erläutert.

Sobald der Erweiterungsbau nach gut einem Jahr Bauzeit bezogen werden kann, wird der bestehende Gebäudekomplex runderneuert. Der älteste Teil ist das 1896 errichtete und 1954 geschlossene Evangelische Krankenhaus, „in dem damals Zehn-Bett-Zimmer keine Seltenheit waren“, so Peter Leuker. 1979 wurde zuletzt angebaut. In Höchstzeiten wurde hier 124 Menschen gepflegt. Auch bei der anstehenden Modernisierung entstehen durchweg 16 bis 18 Quadratmeter große Einzelzimmer modernsten Pflegestandards und Wohngruppenräume.

Modernisiert wird im laufenden Betrieb. Die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung müsse jederzeit gewährleistet werden. „Wir können nicht in der Umbauphase die Zahl der Pflegeplätze reduzieren“, so Leuker, „zumal wir unseren Stamm von 110 Mitarbeitern durchgängig halten wollen.“

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Belastungen für die Bewohner ein verträgliches Maß nicht überschreiten. „Die meisten freuen sich sogar auf die spannende Zeit “; sagt Pflegedienstleiter Volker Hagemann. „Wir gehen davon aus, dass wir an der Baustelle drei Dutzend Bauleiter haben“, sagt der Architekt Wetzels mit einem Augenwinkern. Er hat schon rund 20 Pflegeheime saniert und ein gutes Dutzend neu gebaut. Orsoys Pfarrer Uwe Klein, Aufsichtsratsvorsitzender der Altenhilfe, geht von einem Kraftakt aus: „Das wird eine logistische Herausforderung.“

Mit rund sieben Millionen Euro hat die Ev. Altenhilfe, zu der sich fünf Kirchengemeinden – Orsoy, drei Duisburger und eine in Frankfurt an der Oder – zusammengeschlossen haben, den finanziellen Rahmen für das Projekt gespannt. Die Anhebung des Standards kostet in Orsoy ein knappes Dutzend Pflegeplätze. Zur Zeit werden hier 110 alte Menschen betreut, künftig werden es nur noch 99 sein – die aber alle ihr eigenes Zimmer haben.

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