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Xanten: Rettungsmedaille für jungen Veener

Xanten : Rettungsmedaille für jungen Veener

Der 23-jährige Bernd van Rennings rettete bei einem Fährunglück vor Sansibar zwei jungen Frauen aus Israel das Leben.

Der 23-jährige Bastian van Rennings aus Veen ist vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. "Sie haben in einer gefährlichen Situation Verantwortung übernommen und durch couragiertes Handeln Menschenleben gerettet. Das ist vorbildlich", sagte der Minister in Vertretung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einer Feierstunde in Köln. Jäger richtete sich mit diesen Worten nicht nur an Bernd van Rennings, sondern auch an 29 andere Retter, die ebenfalls die Rettungsmedaille erhielten.

Der junge Veener — er studiert in Münster im dritten Semester Mathematik und Informatik auf Lehramt — ist im Sommer 2012 mit seinem drei Jahre jüngeren Cousin Bastian van Rennings durch Afrika gereist. Als die beiden mit der "MV Skagit" vor der Insel Sansibar in Tansania unterwegs waren, sank die Fähre nach einer Monsterwelle auf offenem Meer. 63 der 287 Passagiere kamen ums Leben.

Die beiden Veener hatten Glück im Unglück und wurden gerettet. Bernd van Rennings saß bereits in einem Rettungsfloß, als ihm zwei junge Frauen auffielen, die noch im Wasser trieben. "Ich habe zu einem Touristen gesagt, er solle mich mal im Auge behalten", so der Student, "dann bin ich ins Wasser gesprungen und bin zu den beiden hingeschwommen." Mit Hilfe einer Leine konnten sie ins Floß verfrachtet werden. Eine der beiden miteinander befreundeten Israelinnen war bereits bewusstlos. "Ich habe schon gedacht, sie sei tot, ich konnte sie aber wiederbeleben. Irgendwann fing sie aber zum Glück wieder an zu atmen", erinnert sich der Veener.

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Bastian van Rennings erzählt das alles so, als sei es eine Selbstverständlichkeit. Für den jungen Mann ist es das offenbar auch. Trotzdem hat er Großes geleistet. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass er nun für die beiden Israelinnen ein Leben lang ein "rettender Engel" sei, sagt er nur bescheiden: "Vielleicht."

Ihm sei zu Gute gekommen, dass er ein besonnener Mensch und ein guter, sicherer Schwimmer sei: "Ich war zehn Jahre im DLRG Alpen." Günter Helbig und die anderen Verantwortlichen der Ortsgruppe wird es freuen, dass sich ihre kontinuierliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bezahlt gemacht hat.

Zu den beiden jungen Israelinnen habe er lockeren Kontakt über Facebook. "Sie haben auch schon bei uns angerufen und sich bedankt", erzählt der in Münster lebende Student. Die Eltern der Mädchen haben ihn nach Israel eingeladen.

Klar, habe er sich über die Rettungsmedaille gefreut, sagt er. Und auch die Feierstunde in Köln mit gutem Essen und netten Gesprächen sie sehr schön gewesen. Dennoch spürt man, dass ihm der ganze Rummel nicht behagt. "Die Medaille hat für mich keinen besonderen Wert", sagt van Rennings. "Aber ich werde sie gut aufbewahren."

An das schlimme Ereignis vor Sansibar im Sommer 2012 denke er nicht mehr oft zurück, erzählt der 23-Jährige. "Ich habe das abgehakt und bin froh, dass uns nichts passiert ist." Mindestens einmal wird er sich allerdings noch mit der Geschichte befassen müssen: Denn Alpens Bürgermeister Thomas Ahls und Veens Ortsvorsteher Karl-Wilhelm "Charly" Schweden möchten ihn in Alpen im Rathaus auszeichnen und einen Eintrag ins Ehrenbuch der Gemeinde vornehmen.

(RP)