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Rheinberg: Rettungshunde proben im Stadthaus

Rheinberg : Rettungshunde proben im Stadthaus

Für den Ernstfall probte jetzt die Rettungshundestaffel Niederrhein in Rheinberg. Die Möglichkeit, mit den Tieren im Stadthaus zu üben, ergab sich über Gastronom Oliver Prophet, der dann den Kontakt zur Stadt herstellte.

In den Fluren der Stadthalle schnüffelt sich Akay, ein belgischer Schäferhund, aufgeregt von Raum zu Raum. Ihm folgt aufmerksam sein Herrchen Senad Alic. Er leitet in Kamp-Lintfort die Hundeschule "Senco Dogs", aus dessen Schule viele der Mitglieder der "Rettungshundestaffel Niederrhein" kommen. In einem der hinteren Räume schlägt Akay dann mit einem Mal an - in dem Abstellraum findet er nahe des Heizungsrohres ein "Opfer". Und Alic funkt: "Männliche Person gefunden, ist wohlauf. RTW ist nicht notwendig."

Während sich die beiden weiter auf den Weg durch das Haus bewegen, erläutert Mitglied Janine Wolf das Prinzip der Übung: "Für jeden Hund wurden verschiedene Personen versteckt, die er ohne Geruchsprobe als "Flächenhund" aufspüren muss."

Möglich macht das die feine Nase der Hunde. "Jeder Mensch verliert 20.000 Geruchspartikel auf einem Meter - und dafür haben Hunde einen sensationellen Geruchssinn", erklärt Wolf. Quasi "belohnt" werden die sich noch im Anfangs- oder Ausbildungsstadium befindlichen Tiere danach, indem sie sich kurz mit ihrem Lieblingsspielzeug beschäftigen können. Im zweiten Stock wird der Hund erneut fündig - aus einem kleinen Schrank steigt Frederik Brede, der Ausbildungsleiter der Rettungshundestaffel. "Es ist sicher eine Erleichterung für die zu Rettenden, wenn man hört, dass da die Glocke nahe kommt", verweist Brede auf das Geschirr mit dem Signal. "Da kommt ein Hoffnungsgedanke auf." Und die Anzeige - das Bellen - sei sehr wichtig, sagt Brede, "weil der Hund durch seine Schnelligkeit bereits weit im Gebäude vorangeschritten ist, und der Hundeführer ihn und die Person auffinden kann."

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Nicht jedes Tier sei dafür geeignet: "Er muss ein ausgewogenes Sozialverhalten haben, unempfindlich gegen Geräusche sein - und eine gewissen Arbeits- und Finderwillen haben."

Die Möglichkeit, mit den Tieren im Stadthaus zu üben, ergab sich über den Rheinberger Gastronom Oliver Prophet, der dann den Kontakt zur Stadt herstellte. "Wir machen das einmal pro Woche und eben zusätzliche Einheiten wie diese - an verschiedene Orten wie dem stillgelegten LINEG-Gelände, in verschiedenen Wäldern oder bei mir auf dem Bauernhof", erzählt der Ausbildungsleiter.

Die Mitglieder stammen aus Düsseldorf, Moers, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Krefeld oder Viersen. Insgesamt gibt es 26 Teams - bestehend aus Hund und Hundeführer. An dem Abend kamen zehn Hundebesitzer zusammen. "So verbinde ich Hundesport mit Retten", meinte die Moerserin Andrea Ruthenkolk, die seit Anfang des Jahres mit ihrem zweijährigen Riesenschnauzer "Merlin" dabei ist. Und der Rheinberger Hans Strasser - selbst Mitglied der Rettungshundestaffel Viersen und als Gast dabei - meinte: "Der Ansatz war, etwas Sinnvolles mit einem Hund zum Wohl der Gemeinschaft zu tun."

(RP)