Restaurant Scooz in Alpen: Wo die Pizza ihre Runden dreht

Restaurant Scoozi : Wo die Pizza ihre Runden dreht

Die Rathausstraße hat ein neues italienisches Restaurant. Aushängeschild des Scoozi sind Pizzen – kross gebacken auf einer sich drehenden Steinplatte.

Mehr als ein viertel Jahrhundert lang war die Pizzeria da Paolo an der Rathausstraße eine feste Anlaufstelle für Fans der italienischen Küche. Vor drei Jahren schloss das Lokal. Seitdem kochte es nur noch in der Gerüchteküche. Bis vor sechs Wochen das Restaurant Scoozi an gleicher Stelle seine Pforten öffnete. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft des an vielen Orten ansässigen Café Extrablatt mit Filialen unter anderem in Moers, Wuppertal und Dortmund.

Für Geschäftsführerin Lee-Ann Sielaff war das genau der richtige Schritt: „Wir wurden von Anfang an sehr gut angenommen. Alle haben sich gefreut. Die Alpener sind einfach ein super Publikum.“ Das möchte die Franchise-Unternehmerin möglichst nicht vor der geschlossenen Türe stehen lassen und hat ihr Lokal daher an sieben Tagen in der Woche von 12 bis 22 Uhr geöffnet und wenn gewünscht, auch länger. „Wir gehen mit dem letzten Gast und schmeißen niemanden raus“, betont Sielaff.

Neben Klassikern der italienischen Küche von Frutti Di Mare bis Panna Cotta wird ein wöchentlich wechselnder Mittagstisch angeboten. Mit den ersten Sonnenstrahlen nutzten bereits viele Alpener die Gelegenheit, auf der sonnigen Außenterrasse zum Adenauerplatz hin die rosa gebratene Entenbrust oder ein Entrecot mit Spargel zu genießen. Aber auch, wer sich einfach mal nach dem Einkauf oder Spaziergang entspannen möchte, ist willkommen, sagt die Geschäftsführerin: „Man muss bei uns nicht essen. Einfach mal einen Cappuccino oder ein Glas Wein trinken, geht auch.“

Trotz des vielfältigen Angebotes sind Pizzen der absolute Renner, sagt Issa Hassan, der schon im Vorgängerlokal tätig war: „Die Pizza ist unser Aushängeschild. Das liegt auch an unserem Ofen.“ Der „Cuppone Giotto“ steht als Blickfang hinter der Abholtheke, die es nach wie vor gibt. Hinter einer geschwungenen Scheibe dreht sich eine mächtige Steinplatte in der Geschwindigkeit eines Plattenspielers. „Von oben werden die Pizzen mit 330 Grad beheizt und von unten mit rund 170 Grad. Dadurch dauert es nur drei Minuten, bis der Teig knusprig braun ist“, erklärt Küchenchef Pierre Lohmann.

Auf den Anblick Teigfladen schwingender Pizzabäcker müssen die Kunden jedoch verzichten. Stattdessen sorgt eine Teigpresse für die richtige Form und Stärke. „Beim Pressen wird der Teig auf 160 Grad erhitzt und versiegelt. Dadurch dringt die Tomatensoße nicht in den Teig und er bleibt schön kross“, so Lohmann. Das spart zusätzlich Zeit: Keine fünf Minuten müssen die Kunden auf ihre Pizza warten.

Für die Herstellung verwenden die Scoozi-Köche nur allerfeinste Zutaten. Statt herkömmlichen Käses etwa kommt ausschließlich echter Büffelmozzarella auf die Pizza, und auch beim Olivenöl setzt der Bäcker auf Qualität. „Das importieren wir aus Italien ebenso wie den Pizzateig und die Spaghetti“, sagt Chefin Sielaff. Was den passenden Belag betrifft, liefert die Speisekarte nur eine Anregung. Der Gast sei König und der habe freie Auswahl, so Sielaff.

Umstellen müssen sich die Kunden bei einer traditionellen Vorspeise. Sielaff: „Pizzabrötchen haben wir nicht. Wir backen unser Brot jeden Tag frisch. Zuerst sind die Leute traurig, aber wenn sie unser Pane della Casa probiert haben, schmelzen sie dahin.“

Alpener können sich übrigens alle Speisen auch direkt ins Haus liefern lassen. Geht es nach dem Motto der Inhaberin, empfiehlt sich jedoch in jedem Fall ein Besuch: „Das Scoozi ist chaotisch schön. Hier kann jeder so sein, wie er möchte.“

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