Rheinberg: Regenwasser soll durch Borther Gräben fließen

Rheinberg: Regenwasser soll durch Borther Gräben fließen

Im Rheinberger Norden wird ein Projekt auf den Weg gebracht, das vor Überschwemmung schützt, der Natur hilft und Lebensqualität bietet.

Wasser ist eine wichtige Ressource. Viel zu schade, um es einfach in den Kanal laufen zu lassen. Umso wichtiger ist ein Projekt, das nun ganz im Norden der Stadt Rheinberg Formen annimmt: Die Borther haben mit dem Regenwasser viel vor, wie Erich Weisser gestern auf Anfrage der Rheinischen Post bestätigte.

Weisser ist Lokalpolitiker und Ratskandidat der CDU sowie Deichgräf des Deichverbands Poll; der ist gerade dabei, ein Flurbereinigungsverfahren für die Deichsanierung auf den Weg zu bringen. In diesem Zusammenhang gelang es durch geringfügige Erweiterungen, unkompliziert die Basis zur Verwirklichung eines hochinteressanten Projektes der Linksniederrheinischen Entwässerungs Genossenschaft (LINEG) zu schaffen: die Abkopplung der Regenwasserentsorgung vom städtischen Kanalnetz und deren Umleitung in offene Bäche.

Deichgräf Weisser bestätigte Informationen der Rheinischen Post, wonach damit in einem Bereich etwa gegenüber der Salzsiedlung begonnen wird; weiter in Richtung B 57 sind Versickerungsflächen vorgesehen und am Ende ein Überlauf in den Schwarzen Graben. Von dort kann das Wasser in Richtung Rill laufen, aber auch nach Süden in einem teilweise vorhandenen Bachlauf bis in den Bereich Ossenberg. Dort kann das Wasser jenseits der Borthschen Ley versickern; ein Überlauf ist in den Altrhein geplant.

  • Stadtplanung : Auf dem Schulhof soll gebaut werden

Was die Auskopplung der Regenwasserentsorgung letztlich überhaupt erst möglich macht, ist die Kanalstruktur in Borth: Dort gibt es ein Trennsystem - aufgeteilt in Schmutz- und in Regenwasserleitungen. Das ist sozusagen das Fundament der Projekte, die vielfachen Nutzen haben, sagt Erich Weisser: Es dient zum einen dem Hochwasserschutz, der Gefahrenabwehr vor Überflutungen. Mit dem Abfluss in offenen Gräben wird letztlich dem Grundwasserstand Gutes getan - und noch mehr der Tierwelt. Weisser: "Die Verrieselungsflächen, die unterwegs bis hin nach Ossenberg angelegt werden, dürften sich zum Ddorado für Vögel entwickeln." Es werden Folgen des Bergbaus abgearbeitet. Ein weiterer Pluspunkt: Die LINEG spare im Raum Rill ein Pumperk, das Wasser aus dem Senkungsbereich des Kohlebergbaus weiter nach Norden transportieren müsste.

Und dann gibt es noch das Stichwort Lebensqualität - im Sprachgebrauch der Planer als "Zusatznutzen" definiert: Betriebswege, die an den Wasserläufen neu gebaut werden, lassen sich so mit dem vorhandenen Wegenetz unter Einbeziehung des Douffsteges verbinden. Erich Weisser: "Wenn alles fertig ist, wird man durch die Landschaft von Borth nach Ossenberg spazieren können." Streckenweise direkt am Wasserlauf entlang, teils auch in 40 oder 50 Metern Entfernung. Das dürfte auch Radtouristen gut gefallen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE