RB 31: VRR mahnt Nordwestbahn ab

Probleme bei RB 31 : Gelbe Karte für die Nordwestbahn

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat die Privatbahn wegen des andauernden „desaströsen Betriebs“ auf der Linie RB 31 offiziell abgemahnt und prüft weitere Sanktionen. Kündigung ist noch kein Thema. Ein externer Berater soll dem Management helfen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat die Nordwestbahn (NWB) aufgrund anhaltender Qualitätsprobleme abgemahnt. Außerdem wird dem Management ein Aufpasser an die Seite gestellt. Beim VRR spricht Dino Niemann von einem Warnschuss: „Wir wollen damit ein deutliches Zeichen setzen, damit sich die Nordwestbahn berappelt.“ Die einschneidenden Maßnahmen sind bei einem Krisengespräch zwischen VRR und NWB festgelegt worden. Hintergrund: Seit Wochen kommt es auf den von dem Eisenbahnunternehmen betriebenen Nahverkehrslinien wie der RB 31 zwischen Xanten und Duisburg zu Zugausfällen, Verspätungen und überfüllten Waggons (RP berichtete regelmäßig).

Der VRR habe in den zurückliegenden Wochen immer wieder „massiv“ auf die Nordwestbahn mit eingewirkt und die kurzfristige Umsetzung eines Notfallplans eingefordert. Das Unternehmen mit Sitz in Osnabrück aber habe „die Betriebsstabilität und damit die Qualität“ nicht verbessert. Personalmangel – ein hoher Krankenstand unter Lokführern – habe die Krise seit Dezember verstärkt, heißt es in der Erklärung des VRR. Der Ersatzverkehr mit Bussen sei ungenügend gewesen, die Information an den Bahnsteigen mangelhaft. Mit der Abmahnung sei das Management der Nordwestbahn aufgefordert worden, einen externen Berater zu beauftragen. Dieser soll dem Unternehmen helfen, „Schwachstellen zu identifizieren und Lösungen für die Probleme zu finden“, um „schnellstmöglich merkliche Verbesserungen“ zu erzielen. „Mit Blick auf die andauernde schlechte Qualität und eine desaströse Betriebsstabilität war die Abmahnung der logische erste Schritt“, so VRR-Vorstand Ronald R. F. Lünser. Der VRR prüfe weitere Sanktionen und werde genau verfolgen, wie „wirkungsvoll die Maßnahmen“ sind. „Wir nehmen die Abmahnung sehr ernst und sind mit unserer Leistung in jüngster Zeit auch nicht zufrieden“, sagt NWB-Geschäftsführer Rolf Erfurt.

Er bedauere es, „dass wir unseren Kunden keinen verlässlichen Service bieten konnten, trotz des Einsatzes vieler Mitarbeiter, die zusätzliche Dienste übernommen haben. Die Verärgerung der Fahrgäste können wir selbstverständlich nachvollziehen“, so Erfurt. Man arbeite mit höchster Priorität daran, die Situation schnellstens zu verbessern und habe ein großes Interesse an einem guten, stabilen Betrieb. „Das ist unser Anspruch. Dafür werden wir alle an einem Strang ziehen.“

Die CDU im Kreis Wesel reagierte hocherfreut über die strenge Reaktion des VRR. Sie hatte die Abmahnung gefordert. „Wir haben die Lösung an der richtigen Stelle gesucht“, so Frank Berger, Chef der Kreistagsfraktion: „Wir sind stolz darauf, in recht kurzer Zeit viel für die Fahrgäste erreicht zu haben.“ Es sei nur konsequent, dass der VRR nunmehr „mit Argusaugen“ darüber wachen werde, wie die Maßnahmen des Managements greifen.

Der VRR belegt die Nordwestbahn für jede nicht vertragsgerecht erbrachte Zugfahrt weiter mit spürbaren Sanktionen. Eine Kündigung des Vertrages, der noch eine Laufzeit bis 2020 hat, stehe aber aktuell nicht zur Diskussion, so VRR-Sprecher Dino Niemann. „Es gab jetzt einen ersten Schuss vor den Bug.“ Man müsse nun abwarten, wie sich die Situation an der Linie RB 31 weiter entwickle. Niemann: „Am Ende muss ein dauerhaft verlässlicher Betrieb stehen.“

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