RB 31 "Der Niederrheiner": Nordwestbahn will mehr Lokführer an den Niederrhein entsenden

RB 31 „Der Niederrheiner“ : Nordwestbahn will besser werden

Neue Lokführer sollen den „Niederrheiner“ zuverlässiger machen. Aber weil Ausfälle nie ganz auszuschließen sind, soll in Alpen ein Gelenkbus stationiert werden. Das hat der Streckenbetreiber am Donnerstag im Landtag der SPD zugesagt.

Man mag es kaum glauben. Für die leidgeprüften Passagiere entlang der Schienenstrecke des Pendelzuges „Der Niederrheiner“ kündigt sich Besserung an. Rolf Erfurt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordwestbahn, hat am Donnerstag im Gespräch mit SPD-Politikern im Düsseldorfer Landtag zugesichert, dass das Unternehmen im Frühjahr vier gerade ausgebildete Lokführer am Niederrhein einsetze. Im Herbst sollen weitere neun neue Lokführer folgen. Im April starte zudem ein neuer Ausbildungslehrgang. Darüber hinaus prüfe die Niag, kurzfristig Personal auszuleihen, „um Engpässe zu überbrücken“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung im Anschluss an das Treffen. An dem hat neben Erfurt und den Landtagsabgeordneten René Schneider (Kamp-Lintfort) und Ibrahim Yetim (Moers) auch Rheinbergs SPD-Chef Peter Tullius teilgenommen.

Die Genossen haben die Zuversicht gewonnen, dass die Nordwestbahn „mit großem Ernst“ an der Lösung der Probleme arbeite. Erfurt habe erklärt, dass die Verspätungen der RB 31 auf die „mangelhafte Infrastruktur“ zurückgingen. Aber er hat auch eingeräumt, dass er den Großteil der zahlreichen Zugausfälle der zurückliegenden Monate auf seine Kappe nehme. Der Nordwestbahn, wie im übrigen der ganzen Branche, fehlten die Lokführer.

Der Nachwuchs würde zwar die Stamm-Mannschaft bald verstärken, aber Ausfälle seien auch dann „nie ganz auszuschließen“, sagte Erfurt. Um gewappnet zu sein, soll „voraussichtlich in Alpen“ ein Gelenkbus stationiert werden, der sicherstellt, „dass alle Fahrgäste ihr Ziel verlässlich erreichen“. Das sei schließlich auch das Ziel der Nordwestbahn. „Jeder Ausfall schmerzt uns“, so Rolf Erfurt. Deshalb investiere sein Unternehmen jährlich knapp 1,8 Millionen in die Lokführer-Ausbildung und stelle ein. Doch der Fachkräftemangel sei kurzfristig kaum zu beheben. Das Land unterstütze die Branche mit der Kampagne „Unsere Jobs sind der Hit!“. Zur Zielgruppe gehörten auch Quereinsteiger.

Die Genossen sind nach der gut einstündigen Unterredung zunächst zuversichtlich, dass sich die Lage absehbar entspannt. Gleichzeitig betonte das SPD-Trio, an der Strecke weiter wachsam zu sein. Die angekündigten Maßnahmen dürften „kein Freifahrtschein für weitere Zugausfälle“ sein. Eine verlässliche Verbindung zwischen Xanten über Alpen, Rheinberg und Moers bis ins Ruhrgebiet sei das Maß.

Das Sorgenkind „Der Niederrheiner“ beschäftigt die SPD-Politiker René Schneider (l.), Peter Tullius (r.), Ibrahim Yetim (2.v.r.) sowie Rolf Erfurt (Nordwestbahn, 2.v.l.) im Landtag. Foto: spd

Die CDU im Kreis Wesel macht seit Wochen über den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Druck auf die Nordwestbahn und freut sich, dass nach den Grünen nun auch die Genossen einsteigen in das Bemühen, entlang der Gleisstrecke neues Vertrauen aufzubauen, so Frank Berger, Vorsitzender der Kreistagsfraktion. Auch er setzt auf Aushilfe der Niag, deren Aufsichtsrats-Vize er ist. Das Moerser Unternehmen betreibe ein Ausbildungszentrum für Lokführer. „Möglicherweise lässt sich aktuell von da der Personalstamm der Nordwestbahn mit ortskundigen Leuten stärken.“

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