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Alpen: Rabiater Schuldeneintreiber muss Geldstrafe zahlen

Alpen : Rabiater Schuldeneintreiber muss Geldstrafe zahlen

Wegen schwerer räuberischer Erpressung und weiterer Verbrechen sollte sich 74-Jähriger Mann aus Ratingen gestern vor dem Klever Landgericht verantworten. Der Vorwurf bestätigte sich nicht. Der Rentner muss allerdings eine Geldstrafe von 1750 Euro zahlen.

Das Gericht verurteilte ihn wegen Nötigung, versuchter Nötigung und Körperverletzung. Der Angeklagte räumte ein, mit Gewalt ein Darlehen zurückgefordert zu haben. Zuvor hatte er über ein Jahr lang auf die Rückzahlung mehrerer tausend Euro gewartet und war immer wieder vertröstet worden. Der Erstatter der Anzeige wurde nicht angehört, er lebt nicht mehr in Deutschland. Seine ehemalige Lebensgefährtin sagte aus. Auch die 33-Jährige hatte vom geliehenen Geld profitiert.

Die Alpenerin räumte ein, dass sie und ihr Lebensgefährte je 5000 Euro vom Angeklagten und 5000 Euro von dessen Ehefrau bekommen hatten. Sie habe einen Pferdehof betrieben und finanzielle Probleme gehabt. Bei ohnehin klammer finanzieller Kasse habe sie ein schon verkauftes Pferd zurücknehmen und dafür 10.000 Euro erstatten müssen.

Zur Frau des Angeklagten, die auf ihrem Pferdehof ein- und ausging, hatte sie ein gutes Verhältnis und vertraute sich ihr an. Die Schulden bei der Frau seien schon lange beglichen, sagte sie. Nur der Angeklagte warte noch immer auf sein Geld.

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Es sei richtig, dass er dieses mit "nicht sehr netten Worten" eingefordert habe. Irgendwann sei er mit einem Schlauch in der Hand vor ihrer Haustür in Alpen aufgetaucht. Vom Lebensgefährten habe er unter Drohung die Rückzahlung des Geldes gefordert. Der Betrieb sei aber schon insolvent gewesen. Man habe nicht zahlen können. Wenige Tage später sei er zum Reitstall in Kevelaer gekommen und habe ihrem Ex-Partner auf die Nase geschlagen.

Eine Reitlehrerin bestätigte, dass das Opfer aus der Nase geblutet habe. Zuvor seien üble Beschimpfungen gefallen, der Angeklagte sei sehr aufgebracht gewesen und habe Schläge angedroht. Um den Streit nicht mit anhören zu müssen, war die Zeugin aber aufgestanden, bevor es zu Handgreiflichkeiten kam. Später habe der Angeklagte gesagt, es tue ihm leid, dass ihm die Hand ausgerutscht sei.

Die Ehefrau des Angeklagten berichtete, dass sie dem Pärchen aus Mitleid Geld geliehen habe und nicht damit gerechnet habe, enttäuscht zu werden. Schließlich sei versprochen worden, die Summe umgehend zurückzuzahlen. Grund für die Geldnot seien Probleme mit einem Pferd, das nach Österreich verkauft wurde und wieder zurückgenommen werden musste. Es gebe aber schon einen neuen Käufer, habe man ihr zugesichert. Vom Erlös sollten die Schulden beglichen werden. Das geschah nie.

"Mein Mann wollte sich eigentlich raushalten, weil er mit Pferden überhaupt nichts zu tun hat", so die 67-Jährige. Um seiner Frau einen Gefallen zu tun, habe er aber nachgegeben. Sie habe der Alpenerin 5000 Euro, ihr Mann dem Lebensgefährten die gleiche Summe geliehen. Der zahlte trotz mehrmaliger Aufforderung das Geld nicht zurück. Zwei Mal sei sie dabei gewesen, als ihr Ehemann dort anrief, ohne Erfolg. "Er hat ihn immer nur vertröstet", so die Zeugin.

(BL)