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Politik in Alpen soll Stellung nehmen zu Plänen für Gewerbeansiedlung in Drüpt

Stadtentwicklung in Alpen : Starkes Interesse an Gewerbefläche in Drüpt

Im Alpener Rathaus sieht man den Kooperationsstandort mit 30 Hektar für Gewerbeansiedlung positiv, will damit aber auch den örtlichen Bedarf decken.

Die Ausweisung eines so genannten Kooperationsstandortes im Ortsteil Drüpt ist im Rathaus schon vor geraumer Zeit sehr kontrovers diskutiert worden. Doch dann kam beim Regionalverband Ruhr (RVR) der Prozess zur Aufstellung des neuen Regionalplans ins Stocken, und es wurde still um die Pläne, entlang der Bundesstraße 58 auf dem Acker raumgreifendes Gewerbe (auch Industrie) anzusiedeln. Nun aber hat der RVR Verwaltung und Politik dazu aufgerufen, sich zu den Planspielen in Essen zu äußern und ihre Sicht ins Spiel zu bringen. Die Frist endet Ende des Monats. Der Ausschuss für Bau und Planung wird sich in seiner Sitzung am Dienstag, 24. November, mit dem Thema befassen und eine offizielle Stellungnahme vorbereiten.

Die angestrebte Größe der Betriebe, die sich an den Kooperationsstandorten ansiedeln sollen, soll jeweils mindestens fünf Hektar betragen. Dafür sollen in Drüpt 30 Hektar zur Verfügung stehen. Das Maß im aktuellen Regionalplanentwurf ist inzwischen um ein Viertel niedriger als die ursprüngliche Planung.

Grundsätzlich betrachte die Verwaltung die Pläne für Drüpt positiv, heißt es in der Sitzungsvorlage. Sie würden die „Chance“ eröffnen, dass sich „attraktive Unternehmen“ niederlassen, zahlreiche Jobs entstünden und die Gewerbesteuerquelle üppiger sprudele. Allerdings berge die Ausweisung auch „die Gefahr einer negativen Landschaftsentwicklung“. Zumal Kiesunternehmen in Drüpt erhebliche Begehrlichkeiten an Flächen bekundet hätten, die ebenfalls im Regionalplan Niederschlag finden könnten. 

Beide Aspekte gelte es, im Rahmen der Bauleitplanung (Flächennutzungsplan) „sorgsam gegeneinander abzuwägen“. Die Verwaltung teilt in dem Zusammenhang mit, dass von der Entwicklungsagentur (EAW) im Weseler Kreishaus Signale über den Rhein im Rathaus angekommen seien, dass „ernst zu nehmende Investoren“ Interesse an Flächen in Drüpt bekundet und bereits Kontakt mit Grundstückeigentümern aufgenommen hätten. Die Verwaltung, so heißt es in der Vorlage, sei in diese Gespräche nicht involviert.

Die Verwaltung macht zudem darauf aufmerksam, dass im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans für Alpen mit dem RVR bereits eine Gewerbefläche im Bereich B 58 / Drüpter Straße abgestimmt worden sei. Die dafür vorgesehenen 7,5 Hektar zur Deckung des örtlichen Bedarfs habe der RVR nun dem Kooperationsstandort zugeschlagen.

Daher will die Verwaltung dem nur zustimmen, wenn sichergestellt sei, dass neben der Ansiedlung großer auch der erkennbare Bedarf örtlich ansässiger, kleiner und mittelständischer Betriebe gesichert sei.