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Rheinberg: Plus-Punkt mit Kamera

Rheinberg : Plus-Punkt mit Kamera

Manche Pendler steigen mit mulmigem Gefühl in die Eisenbahn. Polizei: Keine konkreten Hinweise auf besondere Anschlags-Gefährdung im Kreis Wesel. Video-Überwachung gibt’s zurzeit kaum.

Christian Feldscher ist kein Stammgast des Nahverkehrs. Der Rheinberger nimmt den Zug Richtung Duisburg, wenn’s vom Terminplan her passt. Oder wenn sein Auto zur Inspektion ist. So wie gestern. „Und im Moment habe ich durchaus manchmal ein mulmiges Gefühl“, bekannte der junge Familienvater im Gespräch mit der RP und ist mit diesem Empfinden kein Einzelfall – die Kofferbomben, die in zwei NRW-Regionalzügen platziert worden waren, sind auch auf dem „platten Land“ nicht ohne Wirkung geblieben.

Mehr polizeiliche Präsenz?

Also: Mehr polizeiliche Präsenz auch an den Bahnhöfen zwischen Xanten und Duisburg? Videoüberwachung auch in den „Talent“-Dieseltriebwagen? Kameras in Linien-Bussen? Zurzeit werde über vieles nachgedacht, bestätigte Udo Kamp Schulte, Stellvertretender Sprecher der Deutschen Bahn AG in Düsseldorf, im Gespräch mit der Rheinischen Post: Über den Ausbau bestehender Überwachungsanlagen, über die Nachrüstung dort, wo noch keine Kameras stehen.

Der knallrote „DB Plus-Punkt“ in Rheinberg ist mit Videotechnik ausgerüstet. Ob nun auch an den Bahnhöfen Xanten, Alpen und Millingen Kameras eingebaut werden? Kamp Schulte ist skeptisch: „Die Entscheidung hängt sicherlich mit der Reisenden-Frequenz zusammen.“ Wo viele Kunden unterwegs sind, gebe es nun einmal mehr Gepäckdiebstähle oder auch Rauschgiftdelikte. Und das sind in erster Linie Kriminalitätsbereiche, gegen die Überwachung helfen soll.

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Auch die Videoanlagen in Bussen, die die NIAG auf Linien mit vielen Fahrgästen einsetzt, wurden primär z.B. mit Blick auf Vandalismus-Schäden eingebaut. Dabei werden andere Gefahrenlagen nicht ausgeblendet. NIAG-Sprecherin Beate Kronen bestätigte der RP gestern: „Wir haben im Vorfeld der Fußball-WM mit unserem Personal Schulungen zum Thema Terrorismus durchgeführt.“ Dabei wurde über verdächtige Gepäckstücke gesprochen und über andere sicherheitsrelevante Aspekte.

Konfliktsituationen

Über solche Themen wird auch im Kreis gesprochen. Dann beispielsweise, wenn sich etwa eine Jugendgruppe aus dem nahen Osten zu Besuch ankündigt. „Dann sehen wir uns gerne das Programm an um früh genug feststellen zu können, ob es möglicherweise Konfliktsituationen geben könnte“, beschreibt Jürgen Müller. Der Sprecher der Polizei im Kreis Wesel ruft gleichwohl in Erinnerung, dass es über die bundesweit definierte Gefahren-Einschätzung hinaus für den Kreis Wesel keinerlei konkrete Hinweise auf eine besondere Gefährdung gebe. Nach seinem Wissen sei im ganzen Kreis – abgesehen von Bahneinrichtungen – auch keinen öffentlichen Bereich mit Videoüberwachung ausgerüstet.

Natürlich hätten seine Kollegen ein wachsames Auge auf alles, was verdächtig sei und insoweit sei die Polizei dankbar für Hinweise von Bürgern – „zwei Augen sehen nun einmal mehr als vier“, so Jürgen Müller.

(RP)