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Pandemie: Orsoy sagt Schützenfest in diesem Jahr definitiv ab

Schützentradition in Rheinberg : Orsoy bekräftigt Nein zum Schützenfest

Trotz der gesunkenen Corona-Zahlen bestätigt der Vorstand der Bürgerschützen seine „alternativlose“ Entscheidung. Auch eine Verschiebung auf den Spätherbst oder ins nächste Jahr komme nicht infrage.

Wachsender Optimismus angesichts sinkender Corona-Zahlen lassen Stimmen laut werden, doch im Herbst wieder das Fest der Bürgerschützen in Orsoy zu feiern. Dafür hat BSV-Präsident Andreas Blumestengel zwar Verständnis. Aber er und der Vorstand haben eine ganz andere Sicht auf die aktuelle Lage. Er stellt klar: „Es wird kein Schützenfest 2021 geben.“ Punkt.

Diese Entscheidung des Vorstandes sei „alternativlos“, so der Präsident. Schützenfeste seien wie auch die damit im Zusammenhang stehenden Grenadier- und Kindergrenadiertreffen sowie die Festschriftvorstellung nach der Corona-Schutzverordnung bis zum 1. September verboten. Daher sei ihm daran gelegen, so Blumenstengel weiter, transparent darzulegen, warum die Entscheidung zur Absage getroffen wurde.

Alle hätten in den letzten eineinhalb Jahren alle möglichen Wendungen der Corona-Pandemie sowie die Winkelzüge der Politik und deren Verordnungen verfolgt. „Eine seriöse Planbarkeit ist deshalb nicht gegeben. Wir müssen uns leider weiter in Geduld üben“, schlussfolgert der Vorstand. Auch eine Verschiebung des Schützenfestes ins nächste Jahr sei unrealistisch.

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Der Vorstand habe entschieden, den „normalen“ Rhythmus beizubehalten – Oktoberfest 2022, Schützenfest 2023. „Auch wir sind traurig über die Absage wie die Mitgleider, denn auch wir feiern gern. Aber wir haben auch eine immense Verantwortung und werden uns nicht in ein gesundheitliches, rechtliches und finanzielles Abenteuer begeben“, so Blumenstengel weiter.

Es werde im Herbst eine Mitgliederversammlung geben, wo auch die Themen künftiger Mitgliedsbeitrag und Biermarkenausgabe auf der Tagesordnung stehen werden. Auch Orden würden nicht unter den Tisch fallen.

Die Pandemie sei nicht vorbei, der Vorstand in erster Linie der Gesundheit aller Mitglieder, insbesondere der älteren verpflichtet. Es sei noch nicht abschätzbar, wie sich die Pandemie entwickelt. Der Vorstand stehe im ständigen Kontakt mit Behörden, Festwirt, Musikern und vielen anderen Betroffenen. Es gebe auch Kontakt zum namhaften Virologen Alexander Kekulé. „Alle raten dringend und ausnahmslos vom Schützenfest ab“, so Blumenstengel.

 Schützenfeste würden von den Behörden anders behandelt als Gastronomie, Sportvereine oder private Feiern. Das gelte selbst für kleinere öffentliche Zusammenkünfte wie die Besenübergabe. Die Ordnungsbehörden seien angehalten, die Regeln strikt umzusetzen und zu kontrollieren. Bei Zuwiderhandlung würden empfindliche Geldbußen drohen.

Für den 1. September bestehe eine vage Ankündigung der Freigabe von Festen. Aber auf dieser Grundlage könnten Behörden keine Genehmigung erteilen. Sollte irgendwann eine Präzisierung erfolgen, sei immer noch ein Hygienekonzept erforderlich, das nicht nur beim Ordnungs-, sondern auch beim Gesundheitsamt frühzeitig eingereicht werden müsse. Ein Hygienekonzept verlange, alle Veranstaltungsareale (Zelt, Kirmes, Schießplatz) abzusperren und die jeweiligen baurechtlichen und sicherheitstechnischen Vorschriften einzuhalten. Zugangskontrollen seien Pflicht, um Geimpfte, Genesene und Getestete zu identifizieren. Masken und Abstandsregeln sowie ein Sitzplan sind möglich. „Dies ist aber nicht planbar, weil noch nicht präzisiert“, schreibt Blumenstengel.

Auch für Umzüge müsse ein Hygienekonzept erstellt werden. Logistisch und finanziell sei allein dies für den BSV nicht machbar. Die Haftungsfrage sei ebenfalls nicht geklärt. Im Zweifel haftet der Bürgerschützenverein als Veranstalter mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Wenn der BSV feiere, wäre es das einzige Fest im weiten Umkreis. Das könne dazu führen, dass Leute angezogen würden, „die wir nicht dabeihaben wollen“, wohingegen die eigene Klientel fernbleibe. Viele Mitglieder hätten bereits angekündigt, im September zu verreisen.

 Eine Verlegung in den Herbst bringe neue Probleme wie die Verfügbarkeit eines Zeltes und von Personal. Ausgaben und Einnahmen seien unkalkulierbar. Die Rücksprache mit anderen Schützenvereinen ergebe ein ähnliches Bild. Die Auflagen für den Festwirt seien auch noch nicht bekannt.