Rheinberg: Ossenberg sucht einen Weg in die Zukunft

Rheinberg: Ossenberg sucht einen Weg in die Zukunft

Wie kann es weitergehen? Das soll bei einer Bürgerversammlung morgen Abend im Vereinsheim Paullis diskutiert werden.

Schon seit längerer Zeit ist es im Rheinberger Stadtteil Ossenberg still geworden. Wo früher Dienstleister wie der Frisör und Einkaufsläden wie Metzger, Bäckerei und ein Getränkeladen die Nahversorgung sicherstellten, sich als Orte der Kontaktpflege anboten, herrscht gähnende Leere. Selbst der Dorfplatz, der sich einst mit Marktständen füllte, ist seit längerem verwaist.

Eine Entwicklung, die noch nicht beendet ist. Nach der Schließung der Arztpraxis wird nun auch der SB-Punkt der Sparkasse am Niederrhein der Vergangenheit angehören. Geblieben sind Lokale wie der Pepperpott, Pizzeria und Frittenbude. Beim SV Concordia herrscht hingegen Betrieb, Mitglieder nutzen die sportlichen Angebote.

Geklagt wird von den Anwohnern über die aktuelle Situation und mangelnde Einkaufsmöglichkeiten genug. Die Wege, sich mit täglichen Lebensmitteln zu versorgen, sind länger geworden - gerade für die ältere, oftmals nicht motorisierte Bevölkerung. Mehr als 2100 Menschen leben derzeit in Ossenberg, das als Wohnort auch für junge Familien interessant geworden ist. Barbara Ettwig und Peter Mokros erleben, wie hier allmählich die Lichter ausgehen. "Wir sind als Anwohner genauso betroffen. Uns ist es jetzt wichtig, zu erfahren, wie es weitergehen soll und welche Vorstellungen es dazu in der Bevölkerung gibt. Dass es zum Thema ganz unterschiedliche Meinungen gibt, versteht sich. Darüber muss gesprochen werden", sagen sie.

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Die Ossenberger Vertreter der Grünen setzen auf eine überparteiliche Bürgerversammlung und haben zur Diskussion zusätzlich alle örtlichen Vereinsvorstände, den Ortsvorsteher Klaus Helmes wie die Kirchengemeinde eingeladen, am Dienstag, 17. April, 19 Uhr, zum gemeinsamen Austausch ins Paullis-Vereinsheim, Schloßstraße, zu kommen. Rund anderthalb Stunden soll die Versammlung dauern. "Leider ist im letzten Jahr mit der Verwaltung aus terminlichen Gründen keine Bürgerversammlung zustande gekommen", sagt Ettwig über das Veranstaltungsformat. "Die Anwohner müssen ihre Vorstellungen für Ossenberg formulieren und haben es in der Hand, wie es weitergeht. Jetzt ist noch Zeit, gemeinsam etwas zu machen", sagt Peter Mokros.

Dass vor Ort der Zusammenhalt lebt, haben die Ossenberger in der Vergangenheit bewiesen. Beispiele für gelungene Konzepte der Grundversorgung gibt es in der Region genug. Hinzu kommt, dass Ossenberg für den Fahrradtourismus ein attraktiver Standort ist. "Aber zunächst geht es darum, zu erfahren, wie die Befindlichkeiten in der Bevölkerung sind. Das ist für das weitere Vorgehen entscheidend", sagt Mokros.

(sabi)