Rheinberg: Orsoyer blicken mit Sorge auf Logport VI

Rheinberg: Orsoyer blicken mit Sorge auf Logport VI

Verantwortliche der Duisburger Hafen AG schilderten im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, was auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik in Walsum geplant ist. Die Befürchtung: Logistik-Nutzung könnte Lärm bedeuten.

Die ehemalige Papierfabrik Haindl (zuletzt Norske Skog) in Walsum ist Geschichte. Vor zwei Jahren meldete auch die Auffanggesellschaft Insolvenz an. Die 40 Hektar große Fläche gehört inzwischen der Duisburger Hafengesellschaft, die dort mit Logport VI eine weitere Logistikfläche entwickeln möchte. Das interessiert auch in Rheinberg, denn das Areal liegt genau gegenüber des denkmalgeschützten Bereichs Orsoy. Aus diesem Grund hatte die Stadt jetzt Markus Teuber (Generalbevollmächtigter der Hafen AG) und Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic Duisburg) in die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt eingeladen.

Die beiden Herren schilderten das weitere Verfahren. Den Kaufpreis, eine zweistellige Millionensumme, müsse man zum Teil durch den Verkauf der Maschinen wieder erwirtschaften, sagte Teuber. Einen Käufer in China habe man bereits gefunden. Seit vier Wochen laufe nun der Rückbau, Mitte des Jahres soll dann mit dem Abriss der Hallen begonnen werden.

Unterdessen laufen die Planungen für die Zukunft. "Das Planungsrecht liegt bei der Stadt Duisburg", so Markus Teuber. Der Plan sei, sich auf der Industriefläche auf Logistik zu verlegen. Teuber: "Fest steht, dass wir die Umschlagsanlagen am Ufer nutzen werden, allerdings wird keine Kohle umgeschlagen. Kohle ist Massengut, und das kommt für uns nicht in Frage." Jede Nutzung werde unter Berücksichtigung der Nachbarschaftsinteressen erfolgen. Teuber: "Wir haben in Walsum eine 40 Hektar große, sehr wertvolle Fläche und wollen auf einer bestehenden Hafenfläche neues Leben schaffen. Wir gehen davon aus, dass es dort später mehr Arbeitsplätze gibt als zuletzt in der Papierfabrik."

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Josef Devers, CDU-Mann aus Orsoy, hatte das Thema in den politischen Raum gestellt. Er verwies darauf, dass es sich um ein Gebiet handele, das nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches zu behandeln sei. Das heißt: Beim Bau neuer Gebäude kann sich der Bauherr an der bestehenden Bebauung orientieren. "In dem Fall also an dem 300 Meter hohen Schornstein des Kraftwerks", so Devers. "Das betrachten wir mit Sorge und deshalb möchten wir als Nachbarn an dem Verfahren beteiligt werden." Es bestehe zudem die Befürchtung, dass es durch die künftige Nutzung zu Lärmbelästigungen kommen könnte.

Markus Teuber sagte, dass eine ähnliche Nutzung wie in den anderen Logport-Häfen (etwa auf dem früheren Krupp-Gelände in Rheinhausen) geplant sei. Deshalb gehe er davon aus, dass 15 bis 20 Meter hohe Hallen entstehen werden. Im Containerlager könnten auch bis zu fünf Leercontainer übereinander gestapelt werden, so dass eine Höhe von durchaus 50 Meter erreicht werde. Dezernent Dieter Paus konkretisierte die Sorge der Rheinberger. Die Frage sei, ob über 15 bis 20 Meter hohe Hallen oder über deutlich höhere Kraftwerksblöcke gesprochen werde. Paus: "In diesem Fall hätten wir gerne eine Beteiligungsmöglichkeit." Man einigte sich darauf, im Gespräch zu bleiben.

(up)