Ökumenischer Jugendkreuzweg in Alpen

Kirche und Jugend : Geborgenheit in Gemeinschaft erleben

Nur etwa zwei Dutzend junge Christen aus den Alpener Kirchengemeinden beteiligten sich am ökumenischen Jugendkreuzweg unter dem Motto „Ans Licht“. Wanderungen kommen bei jungen Leuten nicht so gut an.

Die Pfarrgemeinde St. Ulrich und die Evangelische Kirchengemeinde Alpen hatten Jugendliche eingeladen, gemeinsam am ökumenischen Kreuzweg teilzunehmen. 1958 als „Gebetsbrücke“ zwischen jungen katholischen Christen in der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR ins Leben gerufen, wird der Jugendkreuzweg seit 1972 ökumenisch gebetet. Heute überbrücken die gemeinsamen Worte Konfessionen, Gesinnungen und Generationen. Mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden gehört er längst zu den größten ökumenischen Jugendaktionen.

Auch in den Niederlanden, Österreich und den deutschsprachigen Teilen von Luxemburg, Belgien und der Schweiz beten ihn junge Christen. Aber Tradition alleine ist kein Garant mehr für ein breites Teilnehmerfeld. Nahmen im vergangenen Jahr noch rund 50 Alpener Jugendliche am Jugendkreuzweg teil, war es in diesem Jahr knapp die Hälfte Die Höhepunkte der vergangenen Jahre haben sich überdauert, glaubt Katharina van Meegeren. „Events und Projekte wie der Konfitag, Familienwallfahrten oder Kinderbibeltage werden nach wie vor sehr gut angenommen. Wanderungen kommen hingegen nicht mehr so gut an“, erklärt die Pastoralreferentin von St. Ulrich.

Diakon Thomas Haß hat darauf reagiert und den geplanten Programmablauf kurzfristig geändert: „Wir wollten mit den Teilnehmern Orte aufsuchen, die Bilder unserer Seele, unserer Sorgen und Nöte, aber auch unserer Gebrochenheit und unseres eigenen Leidens zeigen. Stattdessen beten wir den Kreuzweg in der Kirche.“ Immerhin bot sich dort die Möglichkeit, mittels moderner Technik das Motto des diesjährigen Jugendkreuzweges „Ans Licht“ zu visualisieren. Eindrucksvolle Bilder des Künstlers Ben Willikens, die sich durch feine Abstufungen von Dunkelheit und Licht auszeichnen, untermalt von meditativen Klängen sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre. Begleitet von Erika Haß an der Gitarre wurden die einzelnen Stationen des Leidensweges Christi in Liedern und Gebeten begangen.

Unterstützt von den modernen Fotografien Willikens vermittelten die Psalmpoesien den Eindruck von Zeitlosigkeit, gerieten zu nachdenklich stimmenden Metaphern auf die Gegenwart. So ist etwa in der dritten Station „Du triffst deine Mutter“, ein karger Raum mit zwei leeren Stühlen zu sehen. „Du bist bei deiner Mutter. Hier kannst du sein, was du manchmal immer noch sein willst: ein Kind. Hier kann Vertrauen, Geborgenheit, Verständnis Heimat sein.“ Bei den Jugendlichen, die aktiv eingebunden wurden, kam das gut an. „Es ist einfach schön, ich kann hier viele neue Erfahrungen sammeln“, sagt Celina Sakar. Für die Geschwister Jaqueline und Niklas stand die Teilnahme am ökumenischen Jugendkreuzweg außer Frage: „Wir machen das aus Leidenschaft und weil es uns Spaß macht.“ Gewandert wurde dann doch noch. Über den Schulhof der Grundschule, den Friedhof und einen Waldweg bis zur Schlucht ging es zum Jugendheim St. Ulrich. Für Thomas Haß war das der eigentliche Höhepunkt: „Wir sind unterwegs von vielen Menschen angesprochen worden, es entwickelten sich auch unter den Teilnehmern viele anregende Gespräche.“ Einen Eindruck vom Leidensweg Jesus vermittelte den 24 Jugendlichen auch das große Kreuz, dass sie abwechselnd trugen. Mit einem Abendessen endete der Jugendkreuzweg.

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