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Rheinberg: Neue Streitschlichter am Gymnasium

Rheinberg : Neue Streitschlichter am Gymnasium

Rheinberger Amplonianer haben nach zweieinhalb Jahren Pause wieder 15 Mediatoren, die bei Rangeleien vermitteln.

Am Amplonius-Gymnasium gibt es wieder Streitschlichter. Es sind 15 an der Zahl. Sie erhielten ihre Ernennungsurkunden von Schulleiter Marcus Padtberg und Streitschlichter-Koordinatorin Sophie Lubczyk.

"Vor gut zwei Jahren haben die letzten Streitschlichter Abitur gemacht", blickt sie auf das Frühjahr 2012 zurück. "Das Modell ist langsam eingeschlafen, weil kein Lehrer oder keine Lehrerin mehr da war, um sie auszubilden." Weil dieses Modell erfolgreich gewesen war, entstand im Team "Fördern und Beraten" des Gymnasiums vor einem Jahr die Idee, es wieder neu zu starten.

Im Februar dieses Jahres begann die Ausbildung zu Streitschlichtern, die auch den Namen Mediatoren, also Vermittler, tragen. "Ich habe von der Arbeitsgemeinschaft Streitschlichter erfahren", erzählt Ole Reiffen. Der 16-jährige Eversaeler meldete sich sofort an, wie 14 weitere Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe. Jeden Montag trafen sich die AG-Mitglieder für 45 Minuten, um etwas über die Streitschlichtung zu erfahren.

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"In den ersten Stunden haben wir gelernt, den Gefühlsausdruck von anderen zu entschlüsseln", berichtet Johanna Tummes (18) aus Ossenberg. "Es ging vor allem um Mimik und Gestik." In den nächsten Stunden setzten sie sich mit Kommunikation auseinander und mit der Art, Botschaften ohne Unterton zu vermitteln. Dann setzten sie sich mit der eigentlichen Streitschlichtung auseinander, bei der die Kontrahenten nach der Vorstellung zunächst aus ihrer Sicht erzählen, wie es zu einer Auseinandersetzung gekommen ist. "Dann erarbeiten die Kontrahenten eine Lösung", sagt Ole Reiffen. "Wir unterstützen sie dabei." Um eine Lösung zu finden, hilft den Vermittlern in ihrem Streitschlichterraum ein Kasten, der noch keinen endgültigen Namen hat, von den einen Zettelhalter, von den anderen "Grüner Oskar" genannt wird. Auf einem grünen Kärtchen halten die Kontrahenten fest, was gut ist und bleiben kann. Auf einem gelben Kärtchen notiert der eine Kontrahent, an welchen Punkten er bereit ist, sich zu ändern oder etwas zu machen. Auf einem roten Kärtchen steht, was er vom anderen erwartet.

"In jeder Pause sind zwei Streitschlichter im Streitschlichterraum", erzählt Sophie Lubczyk. "Einen Streit zu besprechen und eine Lösung zu suchen, dauert rund eine Dreiviertelstunde. Die Streitschlichter sind in dieser Zeit vom Unterricht befreit. Lehrer können Streithälse zu den Streitschlichtern schicken oder Streitschlichter können Streitigkeiten sehen und eingreifen."

Vor allem Schüler der fünften und sechsten Jahrgänge sollen zu den Vermittlern gehen, nachdem sie gerangelt oder sich verbal gestritten haben. Allerdings soll das möglichst selten vorkommen. "Optimal ist, wenn sie gar nicht zum Einsatz kommen, weil nichts anliegt", sagt Marcus Padtberg, der seit August Leiter des Amplonius-Gymnasiums ist. "Aber auch ohne Einsatz sind sie für das Klima der Schule wichtig, das durch sie friedlicher ist."

Die Streitschlichter Streitschlichter sind Ann-Sophie Bader, Yannik Braun, Alina Dittrich, Elena Hoster, Lea Högen, Tamara Knebusch, Selina Mainz, Danielle Miehle, Lina Pastoors, Ole Reiffen, Annika Rischer, Nico Ramahn, Jonas Török, Johanna Tummes und Tabea Woebs.

(got)