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Neubau an Lindenallee: Alpens Ortskern erhält ein neues Gesicht

Neubau an Lindenallee : Alpens Ortskern erhält ein neues Gesicht

Der Alpener Bauausschuss gab einstimmig grünes Licht für die Pläne, an der Lindenallee einen Neubau mit Wohneinheiten und einem Drogeriemarkt zu errichten. Doch es sei Fingerspitzengefühl gefragt.

Nachdem die Pläne für den Bau eines Supermarktes und von Wohnungen am Willy-Brandt-Platz konkrete Formen angenommen haben, soll nun auch der Ortskern ein neues Gesicht erhalten. Dort, wo noch vor einigen Jahren der Juwelier Wäckers, die Lindenbuchhandlung und die Gaststätte Nepicks das Bild prägten, soll ein Neubau mit Wohneinheiten und einem namhaften Drogeriemarkt entstehen.

Im Amtsdeutsch nennt sich das eine „Zentralverträgliche Nachverdichtung innerörtlicher Baustrukturen“. Über die entsprechende Änderung des Bebauungsplanes „Ulrichstraße – Huf“ beriet am Dienstag der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Wie sehr gerade die Gaststätte Nepicks das Ortsbild über Jahrzehnte hinweg geprägt hat, machte die Anregung eines Bürgers deutlich, die Fassade doch bitte, wenn irgendwie möglich, zu erhalten oder wenigstens so weit wie möglich in den Neubau zu integrieren. „Das dürfte sehr schwierig werden und mit enormen Kosten verbunden sein. Das Gebäude gehört weder der Gemeinde, noch steht es unter Denkmalschutz. Ich bin pessimistisch, dass das zu realisieren ist“, erklärte Bürgermeister Thomas Ahls.

Auch vor dem Hintergrund, dass die Zahl der Vollgeschosse von bisher zwei auf drei angehoben werden soll, steht eine harmonische Eingliederung in das Ortsbild weit oben auf der Agenda. „Wir sind erst ganz am Anfang, werden mit dem Investor auch unsere Vorstellungen besprechen“, so Ahls. Markus Kellings (CDU) betonte, wie wichtig die Ansiedlung eines Drogeriemarktes sei, mahnte aber auch Fingerspitzengefühl an: „Das ist ein Herzstück unserer Gemeinde, ein ganz besonderer Ort. Das merken wir an den Reaktionen der Menschen.“

Die Änderung des Bebauungsplanes wurde im Bauausschuss einstimmig angenommen. Kritische Töne äußerte allerdings Willi Schellen (Grüne): „Wenn dort ein Drogeriemarkt einzieht, müssen auch neue Parkplätze entstehen. Und es sollte versucht werden, die alte Fassade zumindest nachzuempfinden.“

Auf Anfrage von Stephan Gesthuysen (FDP) zum aktuellen Stand der Restaurierungsarbeiten am Baudenkmal Motte räumte Bürgermeister Ahls eine erhebliche Kostensteigerung ein: „Zwar sind die Decken abgestützt, aber durch die Offenlegung des Eingangsbereichs ist Luft eingedrungen und hat die Erde trocknen lassen, mit der Folge, dass sie von den Wänden bröckelt. Dadurch werden zusätzlich seitliche Sicherungsmaßnahmen nötig.“

Die ursprünglich für die Baumaßnahmen einkalkulierten rund 400.000 Euro reichten jetzt nicht mehr. Ahls: „Mit Einhaltung des pädagogischen Konzeptes liegen die Kosten bei etwa 700.000 Euro. Wir kennen noch keine entsprechenden Förderquellen, suchen aber gemeinsam mit dem Förderverein Motte nach Möglichkeiten.“