Rheinberg: Närrische Herzen schlagen nur für Berka

Rheinberg: Närrische Herzen schlagen nur für Berka

"Fiere statt spioniere" war das Motto bei der ersten Büttensitzung in der Rheinberger Stadthalle. Es gab viel Applaus.

Bunt, echt und handgemacht — so erlebten die originell kostümierten Besucher die erste Büttensitzung der Rhinberkse Jonges in diesem Jahr in der ausverkauften Stadthalle. Ein prallvolles Vier-Stunden-Programm zum Schunkeln, Lachen und Mitsingen wurde geboten. Zündete auch nicht jede Pointe, so gab es doch Applaus für alle auf der wunderschön dekorierten Bühne. Denn bei den Rhinberkse Jonges sorgen — und das hat Seltenheitswert — ausschließlich Rheinberger für Tanz, Musik, flotte Sprüche und humorvolle Betrachtungen des Rheinberger Alltags. Eine Sache des Herzens also, die das Publikum zu honorierten wusste. Dass in diesem Jahr erstmals eine Sicherheitsgasse die Tischreihen teilte und erstmals Rauchverbot herrschte, tat der Stimmung keinen Abbruch. Am Ende spendeten begeisterte Zuhörer stehend Applaus für die Akteure.

Auf der Stadthallenbühne unterstützten auch Kurt Kröll (mit Kappe) und Dieter Hackstein (ohne Kappe) von der Volksbank Prinz René beim Schunkeln. Foto: Gabriele Kremer

Sitzungspräsident Clemens Geßmann und sein Stellverteter Rainer Müller führten gut aufgelegt durchs Programm. Sie dankten dafür, dass den Künstlern Respekte entgegengebracht wurde. "Vielen Dank für Ihre Fairness und dafür, dass Sie ruhig zuhören", lobte Geßmann. "Wir machen gerne für Sie Karneval!"

Das merkte man schon beim Einmarsch des Elferrats und des Prinzen René de Lattré, "der I. der Verbindliche" ganz zu Anfang. Delegationen zahlreicher Gastvereine, darunter auch das Dreigestirn aus Kamp-Lintfort, wurden mit dreifachem Helau begrüßt und es wurden Prinzen- und Gesellschaftsorden verliehen. Dabei schlug die Stunde von Paul van Holt, Präsident des OKK aus dem leidgeprüften Orsoy, über das auch diesmal wieder viel gespottet wurde. "Aber", so konterte van Holt, "über uns wird wenigstens geredet. Über andere nicht." Und dann zeigten sich die beiden Präsidenten als faire Sportsmänner und kamen gemeinsam zu der Überzeugung: "Der Karneval am Niederrhein wächst zusammen!"

Auf der Bühne gaben sich liebgewonnene Bekannte die Klinke in die Hand. Als Münsterländer Kiepenkerl ließ Georg Welp seinem ungezügelten westfälischen Temperament freien Lauf und nahm sich anlässlich seines 60. Geburtstags selbst aufs Korn. Bei seinem Streifzug kam er aus Walter Vervoorts Garage in die Europaschule und aus Isabell Werths Reitstall in den Tiersegnungsgottesdienst auf dem Marktplatz. Eine witzige Reise.

Die "Wodnods" kamen als Angler, weil ihr Freund, Prinz René, begeisterter Angler ist. Ihre Witze hatten zum Teil einen langen Bart, ihr Schlusssong "Dein Herz schlägt nur für Berka" war dafür umso schöner und richtig anrührend. Das kam gut an im Saal!

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Echt zu empfehlen waren auch "Georgs Welpen" mit ihren — man könnte sagen — "Variationen über ein Pinkelthema". Was die jungen KJG-ler da präsentierten, war eine herrliche Slaptstick-Einlage, die in die wunderbaren Betrachtungen der Stadthaus-Putzfrau Karin Ricking mündeten. Die machte sich so ihre Gedanken zur innerstädtischen Spielstraßenzone mit Tempo 7.

Die "Berkas" eröffneten ihren musikalischen Reigen mit "Let me entertain you", während die Tanzgarden so erfrischend wie lange nicht über die Bühne hopsten.

Die "Liliputs" und die "Okidokis" hatten sich zu den "Lilokis" zusammengeschlossen und die "Papillonis" fetzten zu Rock-Krachern wie "I was made für loving you" im Pink-Punk-Panther-Outfot über die Bühne und verdienten sich eine Zugabe.

Weitere Fotos finden Sie unter www.rp-online.de/rheinberg

(RP)
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