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Nachbarschaftsberatung in Alpen in der Corona-Krise besonders engagiert

Nachbarschaftsberatung in Alpen : Nachbarschaftsberatung in Corona-Zeiten gefordert

15 „Seelentröster“ halten Kontakt zu alleinstehenden, oftmals älteren Menschen in Alpen und arbeiten so gegen die aktuell große Gefahr von Isolation und Vereinsamung.

Alpen Die meisten älteren Menschen wünschen sich, dass sie so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dazu möchte das Leader-Projekt Nachbarschaftsberatung beitragen mit einem Netzwerk aus ehrenamtlichen Beratern. Sie stehen als unbürokratische, unabhängige Ansprechpartner für alle Lebenslagen zur Verfügung und unterstützen bei der Vermittlung von Hilfen, entlasten Angehörige und fungieren als Impulsgeber. Übergeordnetes Ziel ist die Stärkung der selbstständigen Lebensführung und damit die Vermeidung beziehungsweise Verzögerung vollstationärer Pflege nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär.“

Damit ihre sozialen Beziehungen auch in der Corona-Krise nicht einschlafen, halten die derzeit 15 Nachbarschaftsberater telefonischen Kontakt. Wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, finden vereinzelt Besuche im Freien statt. Die Beratung für schwule und lesbische Menschen durch Nachbarschaftsberater Mario Berwanger findet derzeit nur telefonisch (0151 56094996) oder per E-Mail (m.berwanger66@t-online.de) statt.

Die ehrenamtlichen Aktivitäten laufen bei Nachbarschaftskoordinatorin Sonja Böhm zusammen. Sie bietet Beratung per Telefon, WhatsApp und E-Mail an, in Notfällen auch Besuche. Zudem organisiert sie öffentliche Veranstaltungen und initiiert kostenlose „Angebote zur Stärkung des Für- und Miteinanders in der Dorfgemeinschaft“. Zum Beispiel das Demenzcafé „Anno Dazumal“ sowie das Format „Jung schult Alt“ – Handyseminare für Senioren in Kooperation mit der Sekundarschule und der Dorfwerkstatt. Beide Angebote können in Pandemie-Zeiten nicht stattfinden.

 „In der Corona-Krise ist gute Nachbarschaft besonders wichtig. Deswegen setzen wir Zeichen der gegenseitigen Hilfsbereitschaft, die derzeit möglich sind“, so Koordintorin Böhm. Beraterin Barbara Uhlen-Hoolmans hat Masken genäht, die noch vor der Maskenpflicht an ältere Menschen verteilt worden sind. Vor allem für alleinstehende, ältere Personen berge die aktuelle Situation neben medizinischen auch soziale Gefahren. „Es drohen Isolation und Vereinsamung“, so Böhm. So habe die Nachbarschaftsberatung das „Seelenwärmer-Telefon“ ins Leben gerufen für allein lebende Menschen, die einfach mal mit jemanden reden, erzählen, sich austauschen, etwas vorgelesen bekommen möchten. „Zuwendung, Freundlichkeit und eine symbolische Umarmung per Telefon wirken manchmal Wunder“, so Böhm. Aktuell gibt es 26 „Seelenwärmer“.

Die Aufgaben der ehrenamtlichen Nachbarschaftsberater sind vielfältig. Jeder kann sich nach eigenen Interessen, Erfahrungen und Stärken einbringen. Ziel sei es, „Nachbarschaften in Orte zu verwandeln, an denen wir uns zu Hause fühlen“.

Kontakt Sonja Böhm, Rathaus (Zi 114), Tel. 02802 912535, mobil 0151 678 250 54, E-Mail sonja.boehm@alpen.de