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Nach dem Lockdown fährt auch die Lebenshilfewerkstatt Veen wieder hoch

Corona und Schulen in Alpen : Werkstatt der Lebenshilfe in Veen nähert sich dem Normalbetrieb an

Seit Mitte März konnten wegen der Corona-Krise Menschen mit Handicap nicht mehr an ihren Arbeitsplatz in der Lebenshilfewerkstatt in Veen. Nun läuft hier der Normalbetrieb allmählich wieder an.

Seit Mitte März galt in den Werkstätten der Lebenshilfe Unterer Niederrhein wegen der Corona-Krise ein Betretungsverbot für Beschäftigte mit Handicap. Das galt auch für die Werkstatt in Veen. Seit über zwei Wochen läuft hier der Betrieb nun langsam wieder an.

Für die Gruppenleitungen war es eine zähe Zeit. „Wir haben das komplette Gegenteil unserer sonstigen Arbeit erlebt“, sagt Desirée Dörschug von der Werkstatt in Veen. „Die Mitarbeiter mit Handicap und die damit verbundene Vielseitigkeit, der Austausch, der Sinn – sie fehlten“, sagt sie.

Josef Cleve ist einer der ersten, die wieder zu ihrer Arbeit kommen können. „Er hat nun wieder eine feste Tagesstruktur“, erzählt sein Bruder Ludger Cleve. „Es ist wie bei jedem anderen, der gezwungen ist, zu Hause zu bleiben. Irgendwann wird es einfach langweilig.“ Er spüre deutlich den wiederkehrenden Alltag. Ludger Cleve: „Josef freut sich, wieder zur Arbeit gehen zu können. Das merke ich jeden Morgen.“

Auch beim Betreuungspersonal ist die Freude groß. „Es ist schön, zu sehen, wie die Normalität Schritt für Schritt zurückkehrt“, so Desirée Dörschug. Die Lebenshilfe Unterer Niederrhein hat ein Hygienekonzept entwickelt, das neben Maskenpflicht außerhalb des Arbeitsbereiches die schrittweise Rückkehr in den Werkstattbetrieb vorsieht. „Die Gesundheit aller Beschäftigten hat bei uns weiter oberste Priorität“, beteuert Geschäftsführer Mike Stefan Töller. Der Plan sehe vor, dass zuerst diejenigen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, die selbstständig wohnen und selbstständig zur Arbeit kommen. Als letztes können die Menschen, die in einer Wohneinrichtung leben, wieder in die Lebenshilfe-Werkstatt.

Alles geschieht noch auf freiwilliger Basis. „Die Furcht vor einer Ansteckung mit Corona macht besonders Menschen mit Handicap Angst“, so Töller. Deswegen leiste die Lebenshilfe in allen Bereichen Gesprächsarbeit. „Unser Konzept beinhaltet auch die Aufarbeitung der Krise mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, so Töller. Die Arbeit nach der Krise werde eine andere sein. Da sind sich die Gruppenleiter in Veen einig.

„Es war und ist ein Lernprozess für uns alle“, sagt Thomas Dura. Der Lohn der Menschen mit Handicap refinanziert sich aus den Produktionsaufträgen. Um die Einnahmen sicherzustellen, habe er zuletzt mit seinen Kollegen die Arbeit übernommen. „Es war ein Perspektivwechsel, den wir für die Betreuungsarbeit nutzen möchten“, so Dura.

Es sei aber jetzt kein kompletter Neustart aller Kontakte. Regelmäßige Telefonate, Posts über die sozialen Medien sowie Briefe mit Grüßen hat das Betreuungspersonal der Lebenshilfe-Werkstätten initiiert und versendet.