Nach Chemieunfall in Rheinberger Werk Die Grünen kritisieren Inovyn

Rheinberg · Der Zwischenfall im Rheinberger Chemieunternehmen sei zu spät gemeldet worden, macht die Fraktion deutlich. Das sei ein schlechtes Vorbild und trage nicht dazu bei, dass das Vertrauen zu Inovyn wachse.

 Eine giftige Chemikalie aus dem Inovyn-Werk war versehentlich in den Rhein gelangt.

Eine giftige Chemikalie aus dem Inovyn-Werk war versehentlich in den Rhein gelangt.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Rheinberger Grünen kritisieren das Chemieunternehmen Inovyn dafür, wie es mit einem Zwischenfall in dessen Ossenberger Werk umgegangen ist. Wie gemeldet, war bei Reinigungs- und Reparaturarbeiten in den Produktionsanlagen für Vinylchlorid (die VC-Anlage) eine unbestimmte Menge des Stoffes 1,2 Dichlorethan versehentlich in die Regenwasserleitung gelangt und danach in den Rhein abgeleitet worden.

Die Grünen zeigen sich enttäuscht von einem Nachbarn, der auf ein gutes Verhältnis setze, dann aber einen Fehler nicht öffentlich mache. Man hätte erwarten können, dass Inovyn die Stadt, auf deren Gebiet das Unternehmen seine Wirkstätte habe, informiere. Bürgerinnen und Bürger aus Ossenberg und Rheinberg hätten allerdings über die Zeitung erfahren, dass zwei Wochen zuvor eine „Panne“ passiert sei.

Bei der Chemikalie 1,2-Dichlorethan handele es sich um eine „stark wassergefährdende“ und „biologisch nicht leicht abbaubare“ Substanz. „Uns ist nicht bekannt, dass die Firma Inovyn es für nötig hielt, die Stadt Rheinberg in Kenntnis zu setzen; wir als Grüne-Fraktion jedenfalls erhielten die Information aus der Presse“, schreibt Fraktionssprecherin Svenja Reinert. Anstelle dessen mache Inovyn das, was zwingend gemacht werden müsse, und versichere der Bezirksregierung als zuständiger Umweltschutzbehörde „konstruktive Kooperation“ zu. Damit solche negativen Umwelteinflüsse ausgeschlossen werden.

Immerhin , so Reinert, gestehe Inovyn ein, dass es ein negativer Umwelteinfluss gewesen sei. Reinert: „Dieser intransparente und heimlichtuerisch zu nennende Umgang mit der Heimatstadt und den Bürgerinnen und Bürgern ist ein schlechtes Vorbild. In Zukunft sollte jeder ,Unfall‘ auf den Tisch gelegt werden, wenn Inovyn mit Vertrauen für neue Verfahren, Prozesse oder für sich wirbt.“ Ein gutes Verhältnis entwickele sich durch Vertrauen und transparentes Verhalten. Die Grünen erwarteten einen offenen Umgang mit Vorkommnissen und keine Vogel-Strauß-Politik, in der Inovyn zwei Wochen keine Öffentlichkeitsarbeit betreibe, sondern sich wegducke in der Hoffnung, es höre keiner davon: „Ein Unternehmen, das hochgiftige Stoffe produziert, hat alles dafür zu tun, Mensch, Tier und Umwelt vor einem negativen Einfluss zu schützen und bei einem Störfall transparent zu agieren.“

(up)