1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Nabu Kreis Wesel kritisiert Regionalplanung des RVR in Sachen Kies

Regionalplanung : Nabu lehnt Kiesabbau und Hafenerweiterung ab

Naturschutzbund kritisiert geplante Festsetzungen im Regionalplan. Kreisumweltausschuss diskutiert dies am Mittwoch.

Die Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbunds (Nabu) lehnt einen weiteren Abbau von Kies im Kreisgebiet ab. Durch den neuen Regionalplan seien massive Einsprüche von der Bevölkerung (wie etwa in Alpen) zu erwarten. „Die vom RVR geplanten potentiellen Abgrabungsflächen bieten aus Sicht der Kiesindustrie großes Konfliktpotential und sind für die Unternehmen selbst gar nicht interessant“, sagt Nabu-Vorsitzender Peter Malzbender. „Andererseits macht den Kiesbaggerern der Entwurf der Grünen und der CDU im Kreis zu schaffen, der eine drastische Reduzierung der geförderten Kiesmengen vorsieht.“

Die Nabu-Kreisgruppe unterstütze voll und ganz die Forderung der SPD auf Kreisebene. Sie fordert, die Abbaumenge des Kieses in der Region bereits in 15 Jahren auf 50 Prozent zu reduzieren. Malzbender: „Wir betonen ausdrücklich, dass wir nicht ein grundsätzlicher Gegner des Kies- und Sandabbaus am Niederrhein sind, aber: Das Maß scheint am Niederrhein voll zu sein.“ Dem grenzenlosen Landschaftsverbrauch durch alle möglichen Nutzeransprüche, eben auch von der Kiesindustrie, müsse nachhaltiger Einhalt geboten werden. Die Ressourcen seien begrenzt. Der Klimawandel zeige jetzt schon die Grenzen auf, weil man Naturgesetze nicht austricksen kann. „Ein Kilo Kies pro Stunde verbraucht jeder Deutsche“, argumentiere Hülskens Geschäftsführer Christian Strunk. Für den Nabu eine „typisch irrelevante Milchmädchenrechnung“.

  • Über die Ehrung freuten sich (v.l.):
    Der Sportverein gratuliert besonderen Mitgliedern : Frühstück für die neuen Ehrenmitglieder des TuS 08
  • Die Teilnehmer der Tour de Natur
    Teilnehmer machen auch Station in Xanten und Rheinberg : Protest gegen Kiesabbau bei der Tour de Natur
  • Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten
    Aktuelle Zahlen zur Pandemie : Corona – das ist die aktuelle Lage im Kreis Wesel

Der Naturschutzbund tut sich auch an anderer Stelle mit dem Regionalplan schwer. So wird etwa die angestrebte Aufnahme einer Erweiterung des Niag-Hafens in Orsoy um mögliche 120.000 Quadratmeter Fläche abgelehnt. Eine Landesbedeutsamkeit der Anlage bezweifelt der Nabu, da weniger als zwei Millionen Tonnen Schüttgüter umgeschlagen werden und damit ein entscheidendes Kriterium nicht erreicht sei. Zudem würden die vorgeschriebenen Abstände zur Wohnbebauung nicht eingehalten.

Abgelehnt wird auch der Ausbau des Still-Gewässers mit Rheinanbindung in Ossenberg zu einem Ruhehafen für Binnenschiffe. Begründung: Die Fläche habe eine große Bedeutung als Nahrungs- und Rastbereich für Wasservögel, besonders als Schlafplatz für arktische Gänse. Große Sorge macht sich die Kreisgruppe auch um die „ehemalige Rheinschlinge zwischen Baerl und Orsoy“, zu der auch die Nabu-Streuobstwiese und die Bendstege in Orsoy gehören, sowie die Landschaftsschutzgebiete Binsheimer Feld und das Rheinvorland im Verbund gehören. Anders als der Kreis Wesel will der Nabu diese Flächen im neuen Regionalplan als Bereich zum Schutz der Natur dargestellt haben. Sie sind für weitere untergeordneter Planungen richtungsweisend.

Der Umwelt- und Planungsausschuss des Kreises tagt am Mittwoch, 20. Februar, 16 Uhr, im Raum 007 des Kreishauses in Wesel. Dort werden diese Punkte Thema sein.