Alpen: Motte gesperrt: Betreten ist lebensgefährlich

Alpen: Motte gesperrt: Betreten ist lebensgefährlich

Verschüttete Eingänge zum Stollen aus dem Zweiten Weltkrieg sind freigelegt. Das offenbart einen dramatischen Befund.

Die Gemeinde hat am Donnerstag das Betreten der Motte wegen akuter Einsturzgefahr strengstens untersagt und das Bodendenkmal mit einem Bauzaun gesichert. Der Befund klingt dramatisch. "Wer den Burghügel betritt, begibt sich in Lebensgefahr", warnt Martin Lyhme, Stadtplaner im Rathaus, nachdem nun der Blick ins Innere der acht Meter hohen Erhebung am Ost-Tor des Dorfes möglich ist.

Seit Dienstag dürfen die Archäologen des Kölner Büros Minerva X - Institut für historische Bodendenkmalpflege - graben. Das Team um Dirk Herdemerten hat beide bislang verschütteten Eingänge zum Stollen, den Bergleute im Zweiten Weltkrieg als Schutzraum für die Bevölkerung vor Bombenangriffen angelegt hatten, offengelegt. Bis dahin mussten sich die Experten darauf beschränken, das historische Gelände mit Spezialgerät zu scannen.

Der Blick in die Hohlräume, so Lyhme, habe die bislang unter Erdreich verborgene Gefahr offenbart. "Die Holzverstrebungen und -stützen sind nicht mehr existent. Es sind nur noch nackter Lehm und die Fundamente der Burg zu sehen", beschreibt der Stadtplaner den brisanten Befund.

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Nun müssten Gutachter beurteilen, wie die Statik des Geländen wieder so gestaltet werden kann, dass die Gefahr gebannt ist. Es gebe alternative Optionen. Entweder gelinge es, die Hohlräume durch Stützen zu sichern, so Lyhme: "Oder wir müssen den Stollen mit einem Spezialmörtel verfüllen." Heute werde mit den Archäologen und dem Amt für Bodendenkmalpflege in Bonn besprochen, wie es am Kasteel, am Pfingstwochenende Treffpunkt für die Junggesellenschützen, weitergehen kann.

Die Gemeinde hatte Minerva X damit beauftragt, den aktuellen Zustand der verschütteten Keimzelle Alpens zu erfassen, wo im 14. Jahrhundert die "Herren von Alpen" gethront haben. Das mächtige Dürener Erdbeben hatte 1756 ihre Burg schwer erschüttert. Napoleon ließ später die Reste Stein für Stein abtragen, um damit die Chaussee nach Büderich zu pflastern.

Die Ergebnisse der Untersuchung soll die Basis legen, die Motte und ihr Umfeld im Zuge des Stadtumbaus so zu gestalten, dass Geschichte und Natur erlebbar werden. Dieses Ziel, so Stadtplaner Lyhme, schreibe nun nicht ab.

(bp)