MoMoTo in Rheinberg: Mit goldenem Tank auf Spenden-Tour

Quer durch Deutschland : Mit goldenem Tank auf Spenden-Tour

Die caritative Mofa- und Moped-Tour („MoMoTo“) macht Station in Rheinberg. Comedian Torsten Sträter spendet ganz spontan 1000 Euro.

Die 50 knatternden Mofas, Mopeds und Motorroller waren am Dienstagnachmittag gerade auf den Parkplatz vor dem Hades-Club (ehemals Aratta) in Winterswick eingebogen, da stand er plötzlich da und zog alle Blicke auf sich: Der Comedian Torsten Sträter, der unter anderem aus „Nuhr im Ersten“ bekannte Mann mit der schwarzen Wollmütze und den lustigen Tablet-Geschichten. „Ich habe gerade meinen Sohn in Rheinberg abgesetzt und dachte nur: Mann, wo kommen denn die ganzen Mofas her?“, sagte Sträter, der sofort zahlreiche Selfie-Wünsche von Fans erfüllte und den Trubel zwischen den alten Zündapp-, Simson, Kreidler- oder Hercules-Maschinen sichtlich genoss.

Er habe einige Mitglieder des Mofa-Clubs „Kobras“ aus dem Duisburger Raum erkannt und schnell angehalten. Sträter: „Mit denen habe ich letztes Jahr was fürs Fernsehen gedreht.“ So gab es vor der Disco ein unerwartetes Wiedersehen, Umarmungen und große Freude. Als die Mofa-Fahrer ihm erzählten, warum sie in Rheinberg Station machten, dass sie Teilnehmer einer durchs ganze Bundesgebiet führenden Spendentour seien, fackelte der Kabarettist nicht lange, schrieb sich die IBAN-Nummer des Spendenkontos auf und kündigte an, sofort 1000 Euro zu überweisen.

Das freute auch Ben Perdighe. Der freundliche Dinslakener mit der komplett mit Stickern übersäten Jeanskutte ist Initiator der Mofa-Moped-Tour, kurz „MoMoTo“ genannt. „Die Idee war, dass es diese Tour gibt, die teilnehmenden Clubs aber jede Etappe allein organisieren“, sagt Perdighe. Beim ersten Mal seien insgesamt 1064 Euro gespendet worden, beim zweiten Mal 16.800 Euro „und jetzt liegen wir schon bei 14.000 Euro, obwohl das heute erst die 18. von 32 Etappen war.“ Alles, was an gespendetem Geld – von Fahrern oder Sponsoren – zusammenkommt, geht an das bundesweit tätige Kinderhilfswerk Arche, das Mahlzeiten für Kinder aus finanzschwachen Familien ermöglicht.

Gestartet ist die Tour in Böhringen am Bodensee; dort brachen die Jungs vom Club „Die Zweitakter“ mit einem goldenen Tank als Spendenbehälter im Reisegepäck auf. Ziel wird am 27. August Flensburg sein. „Wenn wir dort ankommen, haben wir ungefähr 3500 Kilometer zurückgelegt, bis Rheinberg waren es 1900“, erzählt Steven Kaun vom Mofa-Club „De Igels“ aus Plön in Schleswig-Holstein, der eine vergleichsweise neue Piaggio Ciao von 1999 fährt. Er ist einer von sieben Mofa-Freaks, die die gesamte Tour und nicht nur einen Abschnitt mitfahren. Eine Riesensache sei das. Und trotz platter Reifen, Kupplungsschäden und undichter Vergaser ein reines Vergnügen.

Die Etappe am Dienstag hatte in der Mittagszeit in Mönchengladbach begonnen. Dort packten Steffanie Hölzinger und Marion Schuler von den „Schreckschrauben“ den goldenen Tank auf ihre Zündapp-Bergsteiger-Mofas und bretterten los. „Ein paar kleine Pannen hatten wir, aber es lief alles gut“, fasste Hölzinger die 50-Kilometer-Tour zusammen. Zahlreiche weitere Fahrer schlossen sich ihnen an.

In Moers wurde der Tross von den Mitgliedern des „MMC Lagerschaden“ empfangen und zum Aratta-Parkplatz eskortiert. Lagerschaden-Boss Henry Hochstein sorgte dafür, dass einige der Teilnehmer in Winterswick übernachten konnten.

Am Mittwochmorgen brechen Hochstein und mehr als 30 seiner Freunde auf. Sie bringen den goldenen Tank über Dorsten, wo es einen Zwischenstopp gibt, nach Lünen. Dort, im Kreis Unna, werden sie vom Mofa-Club „Mofighters“ empfangen. „Das sind rund 100 Kilometer“, betonte Hochstein, der auf eine unfall-, regen- und pannenfreie Fahrt hofft.

Und so jückeln die Mofas, Mopeds und Motorroller Etappe für Etappe ihrem Ziel entgegen. Und die Fahrer tun auch noch was für die Umwelt, wie Perdighe betonte: „Über die Stiftung Blauer Adler pflanzen wir auf jeder Tour zwei Bäume.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: MoMoTo 2019 - Torsten Sträter spendet spontan 1000 Euro

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