Modelleisenbahnclub in Rheinberg: Spur-0-Fans laden zum Sommerfest

Modelleisenbahnclub in Rheinberg : Nächster Halt: Sommerfest der Spur-0-Fans

Der Modelleisenbahnclub Niederrhein präsentiert am Samstag, 24. August, Besuchern seine detailreiche Miniaturwelt.

Wer am Rheinberger Bahnhof vorbei in Richtung Reichelsiedlung spaziert, kommt nach gut hundert Metern an einen unscheinbaren Flachbau vorbei. Kaum vorstellbar, das sich hinter der Adresse Bahnhofstraße 59 eine eigene kleine Welt verbirgt. Eine Welt aus Gleisen, zischenden Dampflokomotiven und ebenso liebevoll wie detailreich gestalteten Bahnhöfen und Stellwerken. Die Protagonisten dieser Welt nennen sich schlicht „Nuller“, im Vereinsregister findet man sie unter der Bezeichnung „Spur 0 Modelleisenbahnclub Niederrhein“.

Ihren Namen verdanken sie dem seltenen Format ihrer 18 mal sechs Meter großen Modellbahnanlage, der Spur Null mit einer Gleisbreite von 32 Millimetern. Damit ist sie exakt viermal so groß wie die klassische Märklin-H0-Bahn, die früher in keinem Kinderzimmer fehlte. Das Besondere an dem 1991 gegründeten Modellbauverein: Er besitzt fast keine Modelle. „Wir haben vier bis fünf Waggons, die uns mal geschenkt wurden. Was über unsere Gleise rollt, bringen die Mitglieder mit“, erklärt Stefan Panske. Der erste Vorsitzende des Vereins und Bahn-Mitarbeiter gibt frei heraus zu, dass er und die 29 Mitglieder nur aus einem Grund herkommen: „Wir wollen mit der Eisenbahn spielen und basteln.“

Letzteres machen die Modelleisenbahner derzeit unter Hochdruck. Es wird gelötet, geklebt und bemalt, denn beim Sommerfest am Samstag, 24. August, ab 10 Uhr, wollen sie die Besucher mit einer kleinen und doch großen Überraschung begrüßen. Was das ist, darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Wer bei diesem Sommerfest seine Liebe zur Modelleisenbahn entdeckt oder wiederfindet, darf auch künftig gerne selber mal Signale bedienen und meterlange Züge über die Gleise fahren lassen. „An jedem ersten Freitag im Monat findet ein offenes Fahren statt. Einfach kommen und mitmachen“, fordert Panske zum Besuch auf.

Angehende Lokführer bekommen zunächst eine Einweisung, denn die Zeiten, in denen es ausreichte, den Drehregler des klobigen Trafos zu bedienen, sind vorbei. Die Modelleisenbahn ist längst im digitalen Zeitalter angekommen. Lokomotiven und Signale werden programmiert, gesteuert wird mit Fernbedienungen oder mit dem Smartphone. Mit dieser Technik wäre es möglich, Kollisionen nahezu auszuschließen, doch das wollen die Vereinsmitglieder gar nicht. Panske: „Sicher, man kann die Anlage so programmieren, dass Züge bei einem Haltesignal automatisch stehen bleiben. Aber wir möchten, dass unsere Lokführer wirklich noch auf Signale achten müssen.“

Nicht originalgetreu, aber sehenswert: Auch eine Drehscheibe für Schienenfahrzeuge ist in der Miniaturwelt der Spur-0-Fans zu finden. Foto: Armin Fischer (arfi)/Fischer, Armin (afi)

Derart instruiert, dürfen die Gäste beim Sommerfest an vier sehenswerten Bahnhöfen Station machen, die lokale Bezeichnungen wie „Binnefeld“, „Annaberg“ oder „Alpsray“ tragen. Mit der Namensgebung möchte der Verein sich seine künstlerische Freiheit bewahren. „Wenn wir die Bahnhöfe ,Millingen’ oder ,Rheinberg’ nennen würden, müssten wir uns beim Bau an das Vorbild halten. So aber können wir selber über das Aussehen entscheiden“, erläutert Panske.

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