Alpen: Mittelständler treffen sich im Rathaus

Alpen: Mittelständler treffen sich im Rathaus

Die Themen Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Internet standen auf dem Programm.

Nach der gelungenen Premiere des Unternehmerfrühstücks im Alpener Ratssaal mit ortsansässigen Mittelständlern hat die Gemeinde mit der Wirtschaftsförderung nachgelegt. Gestern folgte die Neuauflage zum vielschichtigen Bereich Nutzen und Vorteile der Digitalisierung.

Bürgermeister Thomas Ahls begrüßte den großen, männlich dominierten Kreis. "Wir haben das Thema schon länger auf der Agenda", sagte Ahls. Der Ausbau der schnellen Internets ist gerade in Alpen in vollem Gang, so dass der inhaltliche Schwerpunkt zum Treffen genau passte. Digitalisierung, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge lautete daher der gewählte Themenkomplex, den Vertreter des Fraunhofer Instituts erläuterten. Kollege Zufall spielte dabei eine Rolle, denn Referent Dr. Christian Knermann wohnt in Menzelen. Die Kontaktaufnahme sei dadurch recht unkompliziert gewesen, so Ahls.

Mit im Boot waren der stellvertretende Institutsleiter Prof. Dr. Görge Deerberg und Andreas Schröder. Deerberg stellte die Organisationsstruktur des Instituts vor, das sich als Partner des Mittelstandes verstehe und als Schnittstelle zwischen Entwicklung und Wirtschaft fungiere. "Wir analysieren die Umsetzbarkeit von Ideen, entwickeln sie mit mittelständischen Partnern weiter und kümmern uns um Förderanträge." Während Deerberg auf die Zuständigkeiten des Instituts mit 40 Standorten in NRW einging, entführte Knermann in die praktische, digitalisierte Welt mit dem Fokus auf die produzierende Industrie.

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Zunächst ging es um die Klärung des Begriffs Industrie 4.0. Er meint, im Verlauf der Jahrhunderte nach der Mechanisierung, Elektrifizierung und Automatisierung den vierten Schritt in der Industrialisierung: den Schritt von der analogen in die digitale Welt. Betriebe leisten sich mit PC, Datenverwaltung und Smartphone die Teilhabe am Netz, um vermehrt untereinander zu kommunizieren. "Alles kann digital verbunden werden, was elektrisch ist", so Knermann. Beispiele seien unter anderem das kontaktlose Bezahlen oder aber die Möglichkeit, Transportketten mit Lebensmitteln oder Arbeitsschritte in der Landwirtschaft dank Funktechnologien zu verfolgen.

Klassische Prozesse werden effizienter und erhöhen die Produktivität, Umsätze steigen wie auch Marktanteile. Wie schon mit entsprechender Technologie Wirtschaftlichkeit erzielt wird, verdeutlichte er am Beispiel von Entsorgungsunternehmen und dem intelligenten Mülltonnensystem in der Smart-City Barcelona. Dank Tonnensensoren werden Abläufe optimiert, Ressourcen gespart. Ähnlich ist das Telekom-Projekt in Bonn, bei dem sich nach dem Grad der Helligkeit Straßenlaternen einschalten. Mit dem Beispiel des Pizzabäckers lieferte er für den Dienstleistungssektor Informationen. Über Webseite und App erlebt der Bestell- und Lieferdienstleister derzeit einen Wandel, wie Lieferheld und Lieferando zeigten. Eine der Aufgaben des Fraunhofer Instituts bei solchen Projekten sei, die Auswertesoftware zu entwickeln.

Im Anschluss bestand die Möglichkeit des Austauschs. So informierte die Wirtschaftsförderung über die im Januar anstehende kostenfreie Präsentation von Alpener Betrieben über Facebook. Nachgefragt wurden örtliche Themen wie die Verkehrsberuhigung der Burgstraße ab Amalien-Café bis zur Sparkasse. Geplant ist zum Frühjahr ein neues Treffen zum Thema Datensicherheit.

(sabi)
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