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Alpen: Metaller auf Alpener Straßen

Alpen : Metaller auf Alpener Straßen

"Weil sich in der Tarifrunde nichts bewegt", rief die IG Metall gestern zum Warnstreik auf und organisierte nach einem Protestzug durch den Ort eine Kundgebung auf dem Adenauerplatz.

Sie kamen mit Trillerpfeifen und Rasseln; manche hatten rote Fahnen mit dem gelben Signet der IG Metall geschultert. Und was sie nach Mittag auf die Hauptstraßen quer durch Alpen trieb, hatten die Metaller auf einem großen Transparent zusammengefasst: "Mehr und fair: 6,5 Prozent. Faire Leiharbeit. Unbefristete Übernahme".

Das sind die Ziele der Gewerkschafter in der aktuellen Tarifrunde. Doch "da bewegt sich nichts", kritisierte Gewerkschaftssekretär Thomas Kennel die "Unbeweglichkeit der Arbeitgeberseite". Deshalb habe die Verwaltungsstelle Duisburg zu Warnstreik und Demo aufgerufen. Auch auf dem "platten Land": "Hier in Alpen findet heute eine der ganz wenigen Kundgebungen im Land statt", so Kennel.

Und das nicht von ungefähr: Viele Alpener verdienen in der Metallbranche ihr Brot. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit für die Gewerkschafter. Im übrigen habe die IG Metall gar kein Interesse an einer Auseinandersetzung: Die Arbeitgeber sollten aber endlich ihre Ohren öffnen — und dabei könnten vielleicht auch Unternehmen wie Lemken in ihren Verbänden helfen.

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Im Protestzug, der aus dem Gewerbegebiet an der Weseler Straße in den Ortskern führte, waren denn auch viele Lemken-Mitarbeiter vertreten; daneben Kollegen von Norgren; auch Delegationen aus Duisburg und Dinslaken. Von dort hörten die Teilnehmer der abschließenden Kundgebung auf dem Adenauerplatz eine bedrückende Schilderung der Existenzsorgen, in die die Belegschaft der Aluminiumhütte Voerde durch deren Insolvenz gestürzt würden.

Zu hohe Strompreise seien Ursache der Misere, schilderte ein Betriebsrat, wies auf günstigere Bedingungen für die Konkurrenz im Ausland hin und forderte Hilfe der Politik: "Wir wollen nicht bessergestellt sein, aber auch nicht wesentlich schlechter. Sabrina Jäger, Gewerkschaftssekretärin für Jugend und Bildung, sprach anschließend über die aktuelle Ausbildungssituation. Thomas Kennel sprach dann über die Leiharbeit als weiterem zentralen Punkt der Tarifverhandlungen. Statt — wie heute — lediglich zur Kenntnis nehmen zu können, müsse Betriebsräte nach Gewerkschafts-Vorstellungen eine verbindliche Mitbestimmungsmöglichkeit beim Leiharbeitereinsatz zustehen.

(RP/rl)