1. NRW
  2. Städte
  3. Rheinberg

Messerattacke in Alpen: Mutmaßlicher Täter in der Psychiatrie

Messerattacke in Alpen : Mutmaßlicher Täter in der Psychiatrie

Der 25-jährige Kölner, der am Dienstag seine Ex-Freundin lebensgefährlich und deren Mutter schwer verletzt hatte, wird auf seinen Geisteszustand untersucht.

Der mutmaßliche Angreifer, der am Dienstagabend in Alpen eine 50-jährige Frau und ihre 20-jährige Tochter mit einem Messer schwer verletzt hatte, wird möglicherweise dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht. Das hat Oberstaatsanwalt Günter Neifer am Donnerstag auf Nachfrage der Redaktion mitgeteilt. Zunächst habe der Haftrichter den 25 Jahre alten Mann aus Köln wegen möglicher Eigengefährdung in die Psychiatrie überstellen lassen. Inzwischen habe ein zweiter Richter ein sogenanntes Sicherungsverfahren angeordnet.

Das bedeute, so der Oberstaatswalt, dass sich der junge Mann zunächst nicht in einem Strafverfahren verantworten muss, sondern jetzt fachgutachterlich geprüft werde, ob es angezeigt sei, ihn dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen, weil von ihm auch für andere eine permanente Gefahr ausgehe. Diese Prüfung werde dauern, so Neifer.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann, der noch am Tatort von der Polizei festgenommen worden war, wegen Heimtücke Mordversuch in zwei Fällen und versuchte schwere Brandstiftung vor.

Nach bisherigen Erkenntnissen handelte es sich bei der Messerattacke um eine Beziehungstat. Die lebensgefährliche verletzte Alpenerin, die in Köln studiert, habe sich vor einiger Zeit von ihrem 25-jährigen Freund getrennt. Der hat die Trennung offensichtlich nicht akzeptiert. Am Dienstag ließ er sich von einem Mietwagenfahrer aus der Rheinmetropole nach Alpen chauffieren, wo seine Ex-Freundin in den Semesterferien ihre Eltern besuchte.

Er klingelte an der Haustür. Als die 50-jährige Mutter öffnete, stach er offenbar sofort zu und traf sie ins Bein, wie Neifer berichtete. Die Frau habe außerdem „Abwehrverletzungen an Armen und Händen“ davongetragen. Ihre Verletzungen seien zwar schwer, aber nicht lebensbedrohlich gewesen.

Ihre Tochter allerdings hat den brutalen Überfall nur durch beherztes Eingreifen von Helfern am Tatort und dann durch eine Notoperation überlebt. Ihr Zustand soll stabil sein. Ihr hatte der 25-Jährige zwei Mal in den Bauch gestochen, wie der Oberstaatsanwalt bestätigte.

Nachdem der Angreifer nach der Bluttat das Haus verlassen hatte, verschütte er Benzin aus mitgebrachten Kanistern durch ein eingeschlagenes Fenster im Flur und versuchte, das Benzin zu entflammen, indem er einen Grillanzünder in den Hausflur warf, berichtete der Staatsanwalt. Der Versuch misslang, weil es dem Vater beziehungsweise Ehemann der beiden Opfer gelang, den Grillanzünder auszutreten.

Oberstaatsanwalt Neifer sagte im Gespräch mit der Redaktion, dass es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen komme, wenn ein Partner die Trennungsabsicht des anderen nicht akzeptiere. Besondere Vorsicht sei geboten, wenn es dem passiven Part der Trennung um „eine letzte Aussprache“ gehe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei ermittelt nach Messerangriff in Alpen