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Menzelener Narren sagen Winterfest ab

Karneval und Corona : Menzelener Narren sagen Winterfest ab

Der Elferrat der Schützenbruderschaft Menzelen-Ost St. Michael/St. Walburgis geht auf Nummer sicher. Weder die Akteure in der Bütt noch die Besucher sollen in die Gefahr gebracht werden, sich mit Corona zu infzieren.

Der Elferrat der Schützenbruderschaft Menzelen-Ost St. Michael/St. Walburgis ist bekannt für seine ausgefallenen Ideen, wenn es darum geht, das jährliche Winterfest anzukündigen. Ob in luftiger Höhe auf einem Stahlträger oder barfuß im eiskalten Wasser der Flöth, die Männer wissen sich in Szene zu setzen. Im Januar 2020 präsentierten sie sich als adrette Flugkapitäne. Mit Erfolg: Hunderte Narren füllten am 8. Februar den Adlersaal in Menzelen-Ost bis auf den letzten Platz. Mit insgesamt 15 Gruppen und Einzelakteuren hatten die elf Obernarren wieder einmal ein prall gefülltes Programm auf die Beine gestellt.

Die Erinnerung an diesen Abend lässt so manchen Narren im Froschdorf wehmütig werden. „Eine Woche später kam der Lockdown und alles war vorbei. Damals hätte niemand von uns gedacht, dass es vorläufig unser letztes Winterfest sein wird“, erklärt Sitzungspräsident Manfred Ingenfeld. Denn der Elferrat hat sich nun nach Absprache mit dem Vorstand der Schützenbruderschaft schweren Herzens dazu entschieden, auch die für den 12. Februar 2022 geplante Büttensitzung abzusagen. Die nach der jetzigen Corona-Schutzverordnung mögliche Alternative, das Winterfest als eine 2Gplus-Veranstaltung, sprich nur für geimpfte, genesene und zusätzlich getestete Personen anzubieten, kam nicht infrage.

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„Gerade bei den Tanzgruppen wirken viele Kinder mit, die nicht geimpft sind oder geimpft werden können. Für diese Kinder tragen wir eine Verantwortung, deshalb haben wir uns einstimmig dazu entschieden, kein Risiko einzugehen“, so Manfred Ingenfeld, der dabei nicht nur die Veranstaltung selber im Blick hat: „Es sind im Vorfeld sehr viele Proben nötig. Viele Eltern möchten nicht, dass sich ihre Kinder dort einer unnötigen Ansteckungsgefahr aussetzen.“

Überhaupt hält der Sitzungspräsident eine Büttensitzung unter Corona-Schutzauflagen für sinnlos: „Karneval ohne Schunkeln und Kontakte geht einfach nicht.“ Mit der frühzeitigen Absage möchte man auch den Akteuren entgegenkommen, die für die Kalauer in der Bütt zuständig sind. Ingenfeld: „Viele Büttenredner schreiben über aktuelle Themen und das schon Monate vorher. Diese Reden könnten sie dann in die Tonne kloppen.“

Doch auch ohne ihr Winterfest will sich der Elferrat seine närrische Laune nicht vermiesen lassen. „Wir müssen in dieser Session eben wieder anders feiern, vielleicht online, mal sehen“, erklärt Elferrats-Chef Holger Hölsken. Überhaupt lehnen sich die elf Obernarren jetzt nicht gemütlich zurück, sondern denken weit voraus. „Am 4. Februar 2023 findet unser nächstes Winterfest statt. Wir haben super Darsteller und ein richtig großes Programm. Wir werden mit einem echten Kracher zurückkommen“, verspricht Hölsken. Die Gefahr, dass sich wie in so vielen anderen Bereichen, Aktive zurückziehen, sieht der Architekt nicht: „Ans Aufhören denkt niemand. Alle sind nach wie vor mit Leib und Seele dabei.“ Hölsken freut sich schon jetzt auf das nächste Winterfest. Wie das aussehen wird, verrät er noch nicht.

(erko)